Aleppo: Syrische Armee drängt Rebellen immer weiter zurück

Freitag, 02 De, 2016

Der Clown von Aleppo ist tot Die hohe Zahl an Toten in einem Krieg lässt oft vergessen, wie wertvoll ein einzelnes Leben sein kann.

Tausende Zivilisten sind vor den Kämpfen auf der Flucht. Nach UN-Angaben harren noch immer gut 250 000 Männer, Frauen und Kinder in Ost-Aleppo aus, das von Assad-Truppen eingekreist ist.

Ibrahim al-Hadsch von den Rettungshelfern machte Jets der syrischen Luftwaffe für den Angriff verantwortlich. Fotos zeigen Leichen, die neben Gepäckstücken auf der Strasse lagen. Bei einem Luftangriff kamen demnach mindestens zehn Menschen ums Leben, die zu Fuß auf der Flucht in weniger gefährliche Gebiete waren.

Die syrische Armee musste ihren Vormarsch in Aleppo nach der Einnahme der Rebellengebiete im Osten der Stadt bremsen. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London sprach sogar von fast 30.000 Menschen, die vertrieben worden seien. Unter den Opfern seien auch zwei Kinder. "Doch dafür sind die notwendigen Sicherheitsgarantien von allen, die in Aleppo kämpfen, unerlässlich".

Laut Ärzte ohne Grenzen befinden sich derzeit noch "maximal 32 Ärzte" in der Stadt.

Trotz der Geländegewinne der Regierungstruppen wollen die Rebellen nicht aufgeben. Weitere Links zum Thema Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, warf dem Westen am Dienstag "Blindheit" bei der Einschätzung der Lage in Aleppo vor. Zugleich herrsche Sorge, Menschen mit Kontakten zu bewaffneten Oppositionsgruppen könnten festgenommen werden, wenn sie in Gebiete unter Kontrolle der Regierung oder der Kurden gelangten.

Kämpfe und Luftangriffe in der nordsyrischen Metropole Aleppo haben Aktivisten zufolge fast 70 000 Menschen vertrieben.

Als neben Damaskus größte Stadt des Landes ist sie strategisch und symbolisch wichtig.

Ein Panzer der Assad-treuen syrischen Truppen im westlichen Minyan-Distrikt von Aleppo. Sollte das Regime den bislang von der Opposition kontrollierten Osten Aleppos vollständig einnehmen, wäre das ein massiver Rückschlag für die Rebellen. Rycroft forderte die syrische Regierung und Russland auf, die "Bombardierungen einzustellen und humanitäre Hilfe durchzulassen".

Im umkämpften Osten Aleppos wächst die Angst vor Racheakten des Regimes. Die Gruppe warnte vor möglichen Vergeltungsaktionen, willkürlichen Inhaftierungen, Folter, Bedrohungen und Entführungen von Menschen, die zuvor unter Kontrolle der Rebellen gelebt hatten.

Die syrischen Regierungstruppen rücken in Aleppo weiter vor. So koste ein Kilo Zucker 21 US-Dollar (rund 20 Euro).