Analysten erwarten Steigerung: Ölpreise weiter im Höhenflug am Tag nach Opec

Freitag, 02 De, 2016

Mit dem neuen Beschluss peilt OPEC einen stabilen Preis von 55 bis 60 Dollar pro Fass an.

Die Opec kürzt erstmals seit dem Jahr 2008 wieder ihre Ölproduktion. Anleger hätten im Vorfeld des Opec-Treffens allgemein lediglich eine "lose Vereinbarung" erwartet, sagte Marktstratege Chris Weston vom Broker IG in Melbourne. Das Ölkartell will im ersten Halbjahr 2017 insgesamt 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) weniger produzieren.

Nach Angaben der Opec-Präsidentschaft Katar haben Nicht-Opec-Länder bislang eine Kappung um 600.000 Barrel zugesagt, darunter Russland mit 300.000 Barrel.

Der Preis steht seit 2014 wegen eines Überangebots unter Druck, er hat sich seitdem in etwa halbiert - in erster Linie wegen des riesigen Überangebots bei schwacher Nachfrage im Zuge der mauen Weltkonjunktur. Auch Morgan Stanley äußerte sich skeptisch: Es sei offen, ob die einzelnen Opec-Länder die Beschlüsse auch konsequent umsetzten. Am Vortag hatte sich Brent um neun Prozent verteuert und war erstmals seit fünf Wochen wieder über die Marke von 50 Dollar gestiegen. Auch im asiatischen Handel hielt der Anstieg an.

Ob die Einigung der Opec den Preis dauerhaft nach oben treiben wird, darüber sind Marktexperten uneins. US-Leichtöl WTI kletterte um 1,6 Prozent auf 50,24 Dollar. Der Golf-Staat stimmte schließlich einer Drosselung von rund 500.000 Barrel pro Tag zu und trägt damit den Löwenanteil der Förderbremse. Darüber hinaus könnte auch die Wiederaufnahme der Produktion in Kanada und Nigeria vor einem dauerhaften Preisanstieg noch einmal für einen kleinen Dämpfer sorgen. Diese Entscheidung bestätige die Fähigkeit der Opec als Gruppe zu handeln. Das zeige auch das Verfallsdatum des Abkommens: Die Kürzung ist ab Januar zunächst auf ein halbes Jahr begrenzt. Danach werden die Karten neu gemischt.

Experten sind sich jedoch uneinig, inwieweit der Ölpreis nun steigt - und Verbraucher mit höheren Benzin- und Heizkosten rechnen müssen. Öl, aber auch Gas und Kohle würden im nächsten Jahr um rund ein Viertel teurer. Die Preise für Metalle und Mineralstoffe sollen der Prognose zufolge um 4,1 Prozent, die für Zink sogar um 20 Prozent steigen.