BDA-Präsident warnt Lufthansa-Piloten vor neuen Streiks ‎

Freitag, 02 De, 2016

Die Vergütung der Piloten könne in zwei Stufen um insgesamt 4,4 Prozent steigen, zudem werde eine Einmalzahlung angeboten, teilte das Unternehmen mit. Man wolle dringend weiteren Schaden vom Unternehmen abwenden, so das Unternehmen.

Im einzelnen bietet die Lufthansa für 2016 eine Vergütungserhöhung um 2,4 Prozent und für 2017 um weitere 2,0 Prozent. Der Vorschlag sei "nicht an weitere Bedingungen geknüpft".

Edwin Dahmer, Angestellter bei der Frachtgesellschaft Lufthansa Cargo, wirft den Piloten vor, dass es ihnen nicht um die Lohnerhöhung gehe, sondern um Einfluss auf die Unternehmenspolitik. Die Gewerkschaft fordert für 5400 Lufthansa-Piloten 3,7 Prozent mehr Geld im Jahr - einschließlich Nachzahlungen für vier Jahre.

Seit vergangenen Mittwoch hatten die Piloten an insgesamt sechs Tagen die Arbeit niedergelegt. Die Lufthansa strich für Donnerstag noch 40 Flüge, weil die Maschinen durch die vorangegangenen Streiktage nicht an den richtigen Flughäfen verfügbar waren.

Auch heute sind die Piloten der Lufthansa im Ausstand.

Flüge der Töchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften AUA, Swiss, Brussels und Air Dolomiti sind erneut nicht betroffen. Vor allem leitende Angestellte wollen das fliegende Personal auf den Boden holen.

Nach einer sechstägigen Streikwelle kehren die Piloten am Donnerstag vorerst an ihre Arbeitsplätze zurück.

Die Arbeitsniederlegungen der Vereinigung Cockpit treffen den Flugbetrieb bei dem Konzern seit vergangener Woche immer wieder. An sechs Streiktagen bis einschließlich Mittwoch dieser Woche fielen knapp 4500 Flüge aus; mehr als eine halbe Million Passagiere mussten umplanen.

Dem Unternehmen entstehen dem Zeitungsbericht zufolge durch den Streik mittlerweile Kosten in Höhe von rund 15 Millionen Euro täglich.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung könnte es in den nächsten Tagen auch Ausstände bei der Tochter Germanwings geben". "Streiks über Mittwoch hinaus sind möglich", sagte ein Sprecher.

Die kritisierten Piloten versammelten sich schließlich vor einer Bühne vor der Lufthansa-Konzernzentrale. Der Lufthansa-Betriebsrat des Frankfurter Bodenpersonals hatte ohne Rückendeckung der Gewerkschaften dazu aufgerufen. Die Regional-Airports Bodensee und Baden sind von dem Streik nicht betroffen.

VC hatte am Sonntagabend nach ergebnislosen Gesprächen mit Lufthansa abermals zu Streiks aufgerufen. Zeitgleich demonstrierten nach Polizeischätzungen etwa 400 Piloten am Flughafen für ihre Belange.