Edeka und Rewe einig bei Zukunft von Kaiser's Tengelmann

Freitag, 02 De, 2016

Beide Seiten rechneten am Donnerstag nicht mehr damit, dass Hindernisse auftauchen könnten. "Die Kuh ist vom Eis", sagte einer der Insider. Im Mittelpunkt stand die Aufteilung des Kaiser's-Tengelmann-Geschäfts in Berlin. Offen sei, ob das Vertragswerk wie geplant bis Freitag oder erst in der kommenden Woche besiegelt werden könne. Die Einigung zwischen Rewe und Edeka macht die Klage nun überflüssig.

Über die entscheidenden Punkte - wie die Aufteilung der Filialen und den Kaufpreis - hatten sich Edeka und Rewe bereits vor einigen Wochen geeinigt. Der Erwerb der vereinbarten Kaiser's Tengelmann-Filialen durch REWE ist bereits beim Bundeskartellamt angemeldet worden.

Edeka soll nach dem Eigentümerwechsel 61 Filialen mit knapp 2800 Angestellten betreiben, Rewe 60 Märkte mit rund 2900 Mitarbeitern. Dafür fließt früheren Angaben eines Insiders zufolge ein mittlerer zweistelliger Millionen-Betrag an Edeka. Die Jobs der Angestellten sollen auch bei möglichen Marktschließungen erhalten bleiben. Auch Verdi und das Bundeskartellamt müssen grünes Licht geben.

Als wichtige Voraussetzung für die Rücknahme der Beschwerde gegen die Ministererlaubnis vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf durch REWE konnten darüber hinaus die notwendigen Tarifverträge mit ver.di und NGG abgeschlossen werden. Tengelmann-Chef Karl Erivan Haub wollte seine Märkte eigentlich als Ganzes an Edeka verkaufen. Vor mehr als zwei Jahren hatte er die Transaktion besiegelt, Konkurrent Rewe hatte das Nachsehen.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte Edeka die Komplettübernahme der gut 400 Geschäfte von Kaiser's Tengelmann per Sondererlaubnis genehmigt und damit ein Veto des Kartellamtes ausgehebelt.