FC Bayern München: Uli Hoeneß ist wieder Präsident

Freitag, 02 De, 2016

Der 64-Jährige nahm also nach knapp 1000 Tagen, genau 987, seinen Posten als Präsident wieder ein. 108 votierten gegen ihn, 58 enthielten sich. Der ehemalige Profi und langjährige Manager des FC Bayern strebt auch den Vorsitz des Aufsichtsrates wieder an.

Oliver Kahn hat in Frage gestellt, ob die Wahl des FC Bayern auf Carlo Ancelotti als Coach seiner Profimannschaft sinnvoll war.

Er bekam diese zweite Chance, es war auch nicht anders zu erwarten. Der frisch Gekürte sagte nur einen Satz: "Ich verspreche euch, ich werde euch nicht enttäuschen!".

Wenig später blitzte die Abteilung Attacke direkt wieder auf.

Am vergangenen Wochenende hatten die Bayern in Dortmund 0:1 verloren und die Tabellenführung an RB Leipzig verloren. "Wenn man ehrlich ist", so Hoeneß, "mussten wir die letzten Jahre die Motivation immer aus uns selbst holen. Es ist höchste Zeit, dass wir sie wieder richtig bekämpfen", sagte er.

Uli Hoeneß ist wieder Präsident des FC Bayern.

Mit Uli kracht es dann auch ab und zu mal wieder, das ist auch ganz schön. Er hatte das Amt im März 2014 nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung aufgegeben. Denn, wie sagt er noch: "Wenn ich etwas mache, mache ich es richtig". "Ich habe einen großen Fehler gemacht, ich respektiere jeden hier im Saal, der mir heute seine Stimme wegen des Fehlverhaltens nicht gibt". Die Leipziger hätten eine "sehr hungrige Mannschaft" mit einem "hervorragenden Trainer" Ralph Hasenhüttl, sagte er anerkennend: "Ich denke, dass sie in der Winterpause möglicherweise noch was zulegen, der Herr Mateschitz wird es schon richten", sagte Hoeneß mit dem unausgesprochenen Verweis auf die Millionen des österreichischen Brauseherstellers Red Bull.

Nun ruderte Hoeneß zurück, denn Feinde gebe es ausschließlich im Krieg. "Ich habe nicht verstanden, warum mir Menschen, die mich nicht gekannt haben, eine solche Unterstützung entgegenbringen".

Der scheidende Vereinspräsident Karl Hopfner wurde auf der Jahreshauptversammlung mit viel Applaus verabschiedet. Bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern ist zu erkennen, dass er sich in manchen Dingen nicht geändert hat. Er will wieder ein starker und wortgewaltiger Präsident sein.

Als der Protagonist des Abends dann kurz vor 19.30 Uhr in die Halle einzog - freilich ohne bayerischen Defiliermarsch wie sonst bei CSU üblich - brandete Jubel auf, die ersten Standing Ovations der Versammlung.

Dieses Wirtschaftswunder setzt sich scheinbar unvermindert fort. Der vom Verein ausgegliederte Gesamtkonzern steigerte im Geschäftsjahr 2015/16 seinen Umsatz um über 100 Millionen Euro auf eine Bestmarke von 626,8 Millionen Euro.

Im "wichtigen Spiel diese Woche", so Rummenigge, profitierten die Münchner auch von einer Fehlentscheidung der Unparteiischen. "Ich bin neugierig auf die neuerliche Zusammenarbeit mit dir". Hoeneß hatte bereits mit einem Schmunzeln erklärt, er könne sich vorstellen, "dass Karl-Heinz mehr fürs Geld verantwortlich ist und ich fürs Herz".