Kuba gedenkt Fidel Castro mit Großkundgebung auf Platz der Revolution

Freitag, 02 De, 2016

Der Name dieses "herausragenden Staatsmanns" werde "zu Recht als Symbol einer Ära in der modernen Weltgeschichte" angesehen. Seit dem Einmarsch in Havanna 1959 bis zu einer schweren Erkrankung regierte er die Karibikinsel selbst, und seit er 2006 seine Ämter an seinen Bruder Raúl abgab, wirkte er als graue Eminenz im Hintergrund weiter. Als kommunistischer Führer bot er dem übermächtigen Nachbarn USA die Stirn. Er werde stets als "grosser Politiker" in Erinnerung bleiben, der "in der Geschichte der Menschheit eine tiefe Spur" hinterlassen habe.

Venezuelas sozialistischer Präsident Nicolás Maduro erklärte, "Fidel hat sich auf den Weg in".

In seinen 49 Jahren als Staatschef trug Castro viele Konflikte mit US-Präsidenten aus - mit John F. Kennedy wäre es beinahe zum Atomkrieg gekommen.

Er habe die kubanische Revolution mit ihren Hoffnungen und Enttäuschungen verkörpert, erklärte Hollande am Samstag in Paris. Er hat es im aufrechten Gang durch den Kalten Krieg geführt.

Frankreich habe die Verletzung von Menschenrechten angeprangert, sich aber immer gegen das US-Embargo gegen Kuba ausgesprochen. Eine Menge Kubaner verließ deswegen das Land.

Der Tod Fidel Castros löste unterschiedliche Reaktionen aus.

In Miami feierten Exil-Kubaner den Tod des verhassten Revolutionsführers mit Champagner und Hupkonzerten. "Obwohl der Tod eines Menschen keineswegs ein Grund zu feiern ist, ist es der symbolische Tod der zerstörerischen Ideologien, die er verfochten hatte".

In Miami im US-Bundesstaat Florida wurde zu diesem Zeitpunkt bereits ausgelassen gefeiert. "Wenn Fidel Castro und sein Regime ein politisches Vorbild für die Linke sind, dann kann einem angst und bange werden". Er hatte wegen einer schweren Krankheit die Amtsgeschäfte im Juli 2006 an seinen Bruder abgegeben.

Castro stieg in den folgenden Jahren nicht nur zum "Máximo líder" seines Landes auf, sondern auch zu einer der Führungsfiguren der Blockfreien-Bewegung.

Der künftige US-Präsident Donald Trump bezeichnete Castro als einen "brutalen Diktator, der sein eigenes Volk fast sechs Jahrzehnte lang unterdrückt hat". Der Revolutionsführer, der sich den USA jahrzehntelang widersetzte, starb 90-jährig in Havanna, wie sein jüngerer Bruder und Nachfolger Raul Castro in der Nacht auf Samstag im Staatsfernsehen verkündete.

In den vergangenen Jahren hatte Castro nur wenige öffentliche Auftritte. Der kubanische Staatsrat ordnete bis zum 4. Dezember Staatstrauer an, wie die Zeitung "Juventud Rebelde" am online berichtete.

Heute wird die Urne Castros zum Denkmal für den Nationalhelden Jose Marti in Havanna gebracht. Dort sollen die Kubaner Abschied von Castro nehmen können, dessen Leichnam eingeäschert wird. Für den Dienstag ist eine Abschiedszeremonie auf dem Platz der Revolution in Havanna geplant, wo Castro so einige seiner meist stundenlangen Reden gehalten hatte. Von Mittwoch an soll die Urne mit Castros Asche dann in das 900 Kilometer entfernte Santiago de Cuba gebracht werden. Am Sonntag, dem neunten Tag der Staatstrauer, soll Castro dort auf dem Friedhof Santa Ifigenia beigesetzt werden.