Kultur: Unesco ernennt belgische Bierkultur zum Kulturerbe

Freitag, 02 De, 2016

Die Fahnen der Mitgliedsländer vor dem Unesco-Hauptquartier in Paris.

Die Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft und die Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft hatten die Nominierung der Genossenschaftsidee für die Aufnahme in die Repräsentative Liste gemeinsam vorangetrieben. Für Deutschland ist es eine Premiere. Die zuständige Unesco-Kommission nahm die Jagd mit abgerichteten Greifvögeln auf frei lebendes Wild am Donnerstag im äthiopischen Addis Abeba in die Liste des immateriellen Kulturerbes auf, wie die Deutsche Kommission der UN-Kulturorganisation in Bonn mitteilte. Diese Entscheidung hat die Unesco gestern Abend in der Hauptstadt Äthiopiens, Addis Abeba, getroffen.

"In Genossenschaften kommt bürgerschaftliches Engagement jenseits von privaten und staatlichen Wirtschaftsformen zum Ausdruck", erklärte die Präsidentin der deutschen Kultusministerkonferenz, Bremens Bildungssenatorin Claudia Bogedan.

Der Zwischenstaatliche Ausschuss der Konvention hat in seiner Sitzung den Antrag angenommen und beschlossen, die Idee der Genossenschaften in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufzunehmen. Das Brauen und Genießen von Bier sei Teil der Lebenskultur vieler belgischer Gemeinden, hieß es zur Erklärung.

Zu den weiteren Neueinträgen gehören beispielsweise die belgische Bierkultur, die Rumba aus Kuba und ein traditioneller Stockkampf aus Ägypten. Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen schufen Mitte des 19. Jahrhunderts entscheidende Grundlagen für die Genossenschaftsidee, die heute weltweit wirkt, und gründeten die ersten genossenschaftlichen Organisationen moderner Prägung in Deutschland. Derzeit gibt es in Deutschland knapp 8000 Genossenschaften - von Banken, über Wohnungsbau- bis hin zu Konsumgenossenschaften.