Luftverkehr: Piloten setzen Streik bei Lufthansa fort

Freitag, 02 De, 2016

Für diesen Mittwoch haben sowohl die Pilotengewerkschaft VC als auch der Betriebsrat des Frankfurter Bodenpersonals zu entgegengesetzten Demonstrationen vor der Lufthansa-Unternehmenszentrale aufgerufen.

Die Vereinigung Cockpit hatte nach gescheiterten Verhandlungen über die Vergütung der Piloten der Lufthansa, der Frachttochter Lufthansa Cargo und der Billigtochter Germanwings in der vergangenen Woche wieder zu Streiks im Kerngeschäft der Airline aufgerufen. Die Gewerkschaft habe gegenüber Medien wiederholt erklärt, auf Basis eines solchen Angebotes zu einer Schlichtung bereit zu sein. Zuletzt hatte die Fluggesellschaft bei der Lösung weiterer offener Tariffragen 4,4 Prozent plus einer Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern geboten. Der Vergütungstarifvertrag ist seit 2012 offen.

Der Streik bei der Lufthansa geht weiter - am Mittwoch fallen 890 Flüge aus. Das Unternehmen geht von einem Schaden von 10 bis 15 Millionen Euro täglich aus.

Unterdessen formiert sich im Lufthansa-Konzern Widerstand gegen die streikenden Piloten. In den Terminals an Flughäfen in Deutschland sei die Lage ruhig, sagte eine Lufthansa-Sprecherin.

Der Bodenbetriebsrat Frankfurt wird von vier Mitarbeitergruppen geführt. Zeitgleich fand eine Kundgebung von etwa 400 Piloten statt.

Der Boden-Betriebsrat fordert in seinem Aufruf ein schnelles Ende des "zerstörerischen Streits" und verlangt von der VC, in eine Schlichtung einzuwilligen. "Was immer die Piloten herausholen, muss am Ende des Tages an anderen Stellen im Unternehmen gegenfinanziert werden", sagte Betriebsrats-Mitglied, Ruediger Fell, der Deutschen Presse-Agentur. Zudem gebe es laut dem Schreiben Rückmeldungen aus dem Lufthansa-Management, wonach die Buchungsrückgänge "deutlich spürbar sind".

Im Einzelnen bietet die Lufthansa für 2016 eine Vergütungserhöhung um 2,4 Prozent und für 2017 um weitere 2,0 Prozent. Die Piloten hatten um 22 Prozent höhere Gehälter verlangt.

Die VC errechnet daraus eine durchschnittliche Forderung von 3,66 Prozent im Jahr. Daraus ergibt sich eine Gesamtforderung der VC über den Fünfjahreszeitraum von 22 Prozent. Zum Vergleich: Lufthansa hat über die gesamte Spanne 2,5 Prozent angeboten, im Jahresschnitt also 0,5 Prozent.