Ölpreise weiter im Höhenflug am Tag nach Opec-Entscheidung

Freitag, 02 De, 2016

"Wir reagieren auf die Realität, wir schauen nicht zurück".

Der Öl-Überschuss am Weltmarkt bleibe eine große Sorge, sagte Mohammed Bin Saleh Al-Sada, der zuständige Minister aus Katar: "Alle Produzenten verstehen jetzt den Ernst der Lage".

Im Zuge der Diskussionen setzte Indonesien, das rund 700 000 Barrel Öl am Tag fördert, seine Opec-Mitgliedschaft aus.

Im Gegensatz zum Erzfeind Saudi-Arabien erlaubt die Opec dem Iran, seine Ölförderung hochzuschrauben.

Der Schritt gilt zumindest als Lebenszeichen der ebenso mächtigen wie zerstrittenen Opec. Der Erwartungsdruck in Sachen Handlungsfähigkeit war groß.

Fraglich ist für den Experten, ob die OPEC den ab Anfang 2017 zunächst nur für ein halbes Jahr geltenden Beschluss danach verlängern wird. Besonders wichtig sei, dass die Fördermengen nicht nur eingefroren, sondern gekürzt worden sind. Gegenwärtig fördern die Opec-Staaten nach Angaben der Internationalen Energieagentur 33,8 Millionen Barrel, rund ein Drittel des weltweiten Ölangebots. Am Ende mit Erfolg: 600'000 Barrel sollen die Nicht-Opec-Staaten aus dem Markt nehmen - und Russland hat laut Al-Sada schon einen Produktionsrückgang von 300'000 Barrel zugesagt. Noch vor der offiziellen Verkündung am Mittwoch waren die Ölpreise stark angestiegen.

Die Saudis und die mit ihnen verbündeten Golfstaaten machten klar, dass sie die erforderlichen Fördereinschränkungen nicht allein tragen würden. Der Iran schlug vor, die eigene Produktion zwar auf 3,975 Millionen Barrel täglich zu begrenzen, sie de facto aber damit um 200.000 Barrel täglich auszuweiten, sagten zwei OPEC-Vertreter. Sollte eine Vereinbarung erzielt werden können, würde sich das Land jedoch dieser Vereinbarung anschließen wollen. "Dadurch verliert die OPEC Marktanteile und den Mitgliedern entgehen wichtige Einnahmequellen".

Der Ölpreis hat sich seit Mitte 2014 in etwa halbiert - in erster Linie wegen des riesigen Überangebots. Für ein Fass der Nordseesorte Brent mussten rund 50 Dollar bezahlt werden und damit knapp 4 Dollar mehr als am Vortag. Ob der Effekt der Massnahme mittelfristig anhält, ist jedoch noch nicht klar. Im November wurden wieder 8,7 Millionen Barrel gefördert. "Ein deutlicher Nachfrageanstieg beim Öl in den kommenden Jahren ist keine Gewissheit", schrieb Minter.

JBC geht davon aus, dass sich Angebot und Nachfrage erst 2019 wieder ausgleichen werden.

Diese Entscheidung wäre ein fatales Signal an den Markt da es die Missstände der OPEC offen legen würde und man deren Entscheidungsfähigkeit selbst in Frage stellen müsste. 3000 Liter Heizöl kosteten derzeit 1650 Euro und damit sechs Prozent mehr als zu Wochenbeginn, teilte das Vergleichsportal Check24 am Donnerstag mit. 55 Dollar, so hieß es aus den Delegationskreisen, war eine Zielmarke der Verhandlungspartner.