Olympia-Blackout für ARD und ZDF: Eurosport sendet exklusiv

Freitag, 02 De, 2016

Das von Eurosport übertragene Programm werde aus Deutschland heraus entwickelt und produziert. Der Discovery-Deal belege "nachdrücklich, dass der angebliche Vorsprung öffentlich-rechtlicher Sender durch Beitragsgelder bei der Vergabe von Sportrechten eine Mär ist".

Ulm (ots) - Die Olympischen Spiele im Fernsehen.

Die langwierigen Verhandlungen sind gescheitert.

Weil ARD und ZDF mit Discovery keine Einigung erzielen konnten, werden die Olympischen Spiele in den nächsten Jahren bei Eurosport zu sehen sein - das ist seit Beginn der Woche Fakt.

Laut mehreren Berichten sollen ARD und ZDF für die Sub-Lizenzen der Winterspiele 2018 in Pyeongchang und der Sommerspiele 2020 in Tokio maximal 100 Millionen Euro geboten haben. Bis zur Schmerzgrenze sei man dem Konzern entgegengekommen, erklärte ZDF-Intendant Bellut - nicht ohne noch Gesprächsbereitschaft für eine mögliche Nachverhandlung zu signalisieren. "Wer die Spiele sehen will, muss wohl hinfahren", sagte Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB), am Dienstag in Hamburg.

Der medienpolitische Sprecher der Linken im Bundestag, Harald Rau, begrüßte die Entscheidung von ARD und ZDF, die "Profitgier der Sport-Wirtschaft nicht mitzutragen".

DOSB-Chef Alfons Hörmann bedauert den Ausgang der Verhandlungen, er gehe jedoch davon aus, "dass das Premiumprodukt Olympische Spiele und die Leistungen der deutschen Athleten auch in Zukunft bei Eurosport medial in gewohnter Professionalität, Reichweite und Sendezeit präsentiert werden".

Ohne Zweifel: Die Frage, welche Inhalte im Bezahlfernsehen verschwinden, birgt einigen Zündstoff. Abonnieren können Sie Eurosport bisher mit dem Eurosport Player für 6,99 Euro im Monat, oder in HD-Qualität mit einem Sky-Paket ab elf Euro im Monat.

ARD und ZDF kündigten jedoch an, auch künftig zwischen den Spielen über olympische Sportarten zu berichten.

Ganz zu schweigen natürlich von den eingesparten 100 Millionen Euro. Bei Sommerspielen sind es sogar 200 Stunden. Die exklusiven Übertragungsrechte hat sich für diesen Zeitraum der Privatsender Eurosport gesichert.

Was wird sich in der Berichterstattung ändern? Den Ruf danach, nicht noch mehr Beitragsgelder für teure Sportrechte auszugeben, die ebenso gut von einem Privat-Sender genutzt werden können, gab es schon oft. Zudem verfügt er über Fachleute, bei der weniger der Name als die Kompetenz zählt, und über angesehene Kommentatoren wie zum Beispiel Sigi Heinrich.

Viele von ihnen müssen nun um ihre Jobs zittern, denn auch die außerolympische Sportberichterstattung steht bei vielen Events auf dem Prüfstand. Beiträge zu Geschichte, Politik und Gesellschaft des Ausrichterlandes wird es eher nicht geben, dafür fehlt dem Sender schlicht das Personal. Eurosport-Geschäftsführer Peter Hutton kündigte "erhebliche Investitionen" an.