Opec fördert weniger Erdöl - kommen Preissteigerungen?

Freitag, 02 De, 2016

Im Grundsatz war sich die Opec zwar bereits zuvor einig.

Das Ölkartell will im ersten Halbjahr 2017 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag weniger fördern. Das neue Limit soll bei 32,5 Millionen Barrel täglich liegen.

"Dies ist ein grosser Schritt nach vorn und wir denken, dass es sich um eine historische Einigung handelt, die sicherlich helfen wird, den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen und das Überangebot zu reduzieren", sagte der Ölminister aus Katar, Mohammed Bin Saleh Al-Sada, nach dem Treffen. 486'000 von den 1,2 Millionen Barrel sollen von den Saudis weniger gefördert werden. Als wesentliche Maßnahme zur Erreichung des Ziels wurde die Mitgliedschaft von Indonesien, das rund 700.000 Barrel Öl am Tag fördert, ausgesetzt.

Noch vor der offiziellen Verkündung waren die Ölpreise stark angestiegen.

Für das Vorhaben versuchte die Opec, auch andere wichtige Förderländer und Nicht-Mitgliedstaaten wie Russland und Brasilien an Bord zu holen. Am Ende mit Erfolg: 600'000 Barrel sollen die Nicht-Opec-Staaten aus dem Markt nehmen - und Russland hat laut Al-Sada schon einen Produktionsrückgang von 300'000 Barrel zugesagt.

Die bereits im September in Algerien grundsätzlich beschlossene Vereinbarung stand bis zuletzt auf wackeligen Beinen. Ob der Effekt der Maßnahme mittelfristig anhält, ist unklar.

Besonders der Iran hatte sich ursprünglich gegen eine Drosselung gestellt. Der Preis für den Rohstoff hat sich seit Mitte 2014 in etwa halbiert - in erster Linie wegen des Überangebots bei schwacher Nachfrage im Zuge der mauen Weltkonjunktur. Vor der Einigung war ein Fass um rund 47 US-Dollar zu haben, dann legten die Preise kräftig um neun Prozent zu. Bis kurz vor der Sitzung schien eine Einigung auf wackligen Füßen zu stehen. Dennoch stand die Opec unter hohem Erwartungsdruck.

Das Kartell, das als zerstritten gilt, hatte den Verfall der Ölpreise bisher ohne Gegenmaßnahmen hingenommen.

Zudem zeigte Saudi-Arabien sich offen für ein Entgegenkommen an den Erzrivalen Iran, der eine Ausnahmeregelung durchsetzte und seine Förderung sogar leicht erhöhen kann. Beide Staaten sind auf unterschiedlichen Seiten im Syrien-Krieg engagiert.