Pirelli-Kalender: Lindbergh setzt die Stars in Szene

Freitag, 02 De, 2016

Es ist das dritte Mal, dass Lindbergh für die Fotos des Kalenders verantwortlich ist. Die Entscheidung gegen eine erneute Erotik-Ausgabe hin zur natürlichen Schönheit sieht Mirren als einen "kulturellen Wechsel und eine große Veränderung" an. Kein dominantes Make-Up und viele Nahaufnahmen gibt's in der 44. Auflage des legendären Kalenders. Ein krasser Gegensatz zu den antiquiert wirkenden, auf Pappe gedruckten Bildern nackter Beautys mit sandigen Schenkeln, die die Wände schmuddeliger Fabriken, Boxstudios oder Autowerkstätten schmücken.

Er habe genug vom "Schönheits-Terror", so Peter Lindbergh bei der Vorstellung des Pirelli-Kalenders 2017 in Paris. "Alles Unvollkommene ist verschwunden". Die Folge: "Das lässt nur leere Gesichter übrig".

Der deutsche Fotograf Peter Lindbergh (l.) und Pirelli-Chef Marco Tronchetti Provera gestern bei der Präsentation mit den Schauspielerinnen (v.l.) Nicole Kidman, Uma Thurman und Helen Mirren, die für den Pirelli-Kalender 2017 Modell standen. Einige seiner Models lichtete er etwa in eine Decke gehüllt ab, Julianne Moore sitzt angezogen auf einem kleinen Hocker, Robin Wright auf einer Tischkante.

Der Fotograf erklärt seinen Ansatz, der sich wie ein roter Faden durch The Cal 2017 zieht: "In einer Zeit, in der die Frauen in den Medien und allgemein als Abbild von Perfektion und Schönheit gelten, war es für mich wichtig, daran zu erinnern, dass es noch eine andere, wirklichere und authentischere Art der Schönheit gibt, die nicht von der Werbung oder anderem manipuliert wird". Er nahm 14 Filmstars vor die Linse, darunter neben Cruz und Kidman auch Jessica Chastain, Charlotte Rampling, Léa Seydoux und Kate Winslet.

Die Aufnahmen wurden im Mai und Juni dieses Jahres an fünf verschiedenen Locations gemacht: Berlin, Los Angeles, New York, London sowie am Strand von Le Touquet in Frankreich. Vier Wochen lang fotografierte der Deutsche für den Kalender. Schon 2016 hatte Fotografin Annie Leibovitz im Pirelli-Kalender starke Frauen überwiegend bekleidet gezeigt und sich kaum um verbreitete Schönheitsideale geschert. Eins ist allerdings gleich geblieben: Es gibt den Kalender nicht zu kaufen, sondern er wird an ausgewählte Kunden und Freunde des Unternehmens verschenkt. Kein Wunder. Es geht um eine gute Nachricht: Der Pirelli-Kalender ist raus.

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