Rückzug Anfang 2017: Vorstandschef Dirks verlässt Telefónica Deutschland

Freitag, 02 De, 2016

Der Telekom-Konzern Telefonica Deutschland (O2) muss sich einen neuen Vorstandschef suchen. Der Aufsichtsrat habe sich "mit Dirks darauf verständigt, den bis 30. September 2017 laufenden Vertrag vorzeitig aufzulösen" und suche bereits einen Nachfolger.

Dirks wolle sich neuen Herausforderungen stellen.

Thorsten Dirks ist seit Oktober 2014 Vorstandsvorsitzender der Telefónica Deutschland Holding AG. Das Kontrollgremium will sich unverzüglich mit der Nachfolge befassen und hierzu kurzfristig die Öffentlichkeit informieren.

Im Oktober 2014 hatte Telefonica Deutschland die 8,5 Milliarden Euro schwere Übernahme des Mobilfunkers E-Plus abgeschlossen.

Nach knapp zweieinhalb Jahren verlässt Vorstandschef Thorsten Dirks Telefonica Deutschland (O2). Die Spanier halten gut 63 Prozent der Aktien, der niederländischen KPN als ehemaliger E-Plus-Mutter gehören noch rund 15,5 Prozent. Dirks setzte auch harte Entscheidungen durch: Im Zuge der Übernahme wurden rund 1.600 Stellen abgebaut, Shops wurden abgegeben oder geschlossen. Zusätzlich kam es durch die Zusammenlegung der beiden Konzerne zu Problemen bei der Kundenhotline und der Netzabdeckung, sodass Kunden teilweise nicht erreichbar sind oder Telefongespräche einfach abbrechen.

Trotzdem steht Telefónica unter hohem Konkurrenzdruck und durch die steigenden Abschreibungen; auch aufgrund der Fusion schreibt das Unternehmen fast durchweg rote Zahlen. Für das Tagesgeschäft wird Markus Haas zuständig sein, der einen reibungslosen Übergang mit gewährleisten soll. Das Unternehmen werde seine Strategie in bisheriger Form konsequent weiterverfolgen, hieß es. Seit Juli 2015 ist er zudem Präsident des deutschen Digitalverbandes Bitkom. Aufsichtsratschefin Eva Castillo Sanz sprach von einer "erfolgreichen Weiterentwicklung" des Unternehmens unter Dirks.