Syrien: Laut Aktivisten fast 70 000 Menschen in Aleppo auf der Flucht

Freitag, 02 De, 2016

Er dringt darauf, die Kämpfe einzustellen und Hilfslieferungen nach Aleppo zu bringen. Es gibt aber kaum noch Ärzte in der Stadt.

Mehr als 20 "000 von ihnen hätten in den vergangenen Tagen im Westteil der einstigen Wirtschaftsmetropolen Zuflucht gesucht, der unter der Kontrolle der Regierungstruppen ist, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch mit". Das wiederum unterfütterte die Propaganda des Regimes, dass der gesamte Widerstand in Ost-Aleppo "terroristisch" sei. Einwohner berichten von Chaos, Panik und Verzweiflung unter den Menschen. Noch am Dienstag sollte sich der Weltsicherheitsrat mit der Lage befassen.

Moskau (Reuters) - Die syrische Armee hat nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums fast die Hälfte von Ost-Aleppo zurückerobert. Augenzeugen meldeten heftige Luftangriffe auf Rebellengebiete.

Artilleriebeschuss in der nordsyrischen Stadt Aleppo hat Aktivsten zufolge mindestens 21 Zivilisten getötet. Die haben nicht nur Ost-Aleppo sondern auch oppositionelle Gebiete in der Provinz Idlib und in Homs zum Ziel.

Der Osten der Stadt ist nun offenbar vollends unter Kontrolle Assads Truppen.

Syriens Regierung habe eine "lange und dunkle Geschichte" von willkürlichen Festnahmen, und Menschen seien verschwunden, erklärte Amnesty. Tatsächlich haben die Rebellen rund 40 Prozent ihrer besetzten Gebiete eingebüsst. Mehr als 15 000 Zivilisten seien zudem in andere Rebellenviertel geflohen, sagte der Leiter der Menschenrechtler Rami Abdel Rahman der Deutschen Presse-Agentur.

Das UN-Menschenrechtsbüro erklärt, Zehntausende säßen in den noch von der Opposition kontrollierten Gebieten fest und lebten unter dauerhaftem Bombardement. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete von acht getöteten Zivilisten durch Rebellen-Angriffe auf West-Aleppo. In dem Gebiet gebe es keine funktionierenden Krankenhäuser mehr, erklärte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Stephen O'Brien. Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" (MSF) hält 45 Tonnen Medikamente und medizinisches Material bereit. Man bemühe sich ständig um Sicherheitsgarantien für die Helfer. Sie solle von dem Kommandanten der sogenannten "Levante Front"-Miliz angeführt werden, einer der Hauptrebellengruppen, die in Nordsyrien unter dem Banner der Freien Syrischen Armee gegen die syrische Regierung und die islamistische Extremistengruppe IS kämpfen". Die Rebellen wollen trotzdem nicht aufgeben: "Der Kampf geht weiter", sagte Sprecher Usama Abu Seid. Nach dem Vormarsch des Regimes droht den Rebellen der Verlust der früheren Handelsmetropole.

Für die Zivilbevölkerung bedeutet die Schlacht immenses Leid.

"Ich habe Angst davor, festgenommen zu werden". Ansonsten werde sich Aleppo in einen "gigantischen Friedhof" verwandeln, sagte O'Brien am Mittwoch bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. Die Organisation der Weißhelme sprach von 25 Toten.

Frankreich forderte den UN-Sicherheitsrat auf, sich mit den Möglichkeiten zur Hilfeleistung für die Bevölkerung zu befassen. "Mehr als jemals zuvor müssen wir dringend Maßnahmen ergreifen, um die Feindseligkeiten zu beenden und humanitäre Hilfe ungehindert durchzulassen", erklärte Ayrault. Ähnlich hatte sich zuvor auch Deutschland geäußert. Und es sieht von Tag zu Tag schlimmer aus", sagte der Geschäftsführer des Deutschen UNICEF-Komitees, Christian Schneider, am Dienstag der "Bild"-Zeitung". Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€.