Trauer und Jubel nach Fidel Castros Tod

Freitag, 02 De, 2016

Es wurde eine Staatstrauer von neun Tagen angeordnet.

Stille Trauer in Havanna - ausgelassene Freude in Miami: Anhänger und Gegner des früheren kubanischen Präsidenten Fidel Castro haben auf die Nachricht vom Tod des legendären Revolutionsführers ganz unterschiedlich reagiert. Seit dem Einmarsch in Havanna 1959 bis zu einer schweren Erkrankung regierte er die Karibikinsel selbst, und seit er 2006 seine Ämter an seinen Bruder Raúl abgab, wirkte er als graue Eminenz im Hintergrund weiter.

"Es ist eine Tragödie", sagte die 22-jährige Dayan Montalvo zu Tod von Castro.

Der letzte Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, erklärte laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax, Castro habe der "härtesten Blockade" der USA widerstanden und sein Land "gestärkt". Die Kubaner müssten wissen, dass sie in Amerika "einen Freund und Partner haben", erklärte der scheidende US-Präsident.

Der künftige US-Präsident Donald Trump hingegen nannte Castro einen "brutalen Diktator". Russlands Präsident Wladimir Putin würdigte Castro als "aufrichtigen und verlässlichen Freund". Castro aber war ein Mann, der gut reden und Leute überzeugen konnte und viele Männer und Frauen haben sich für ihn begeistert. Auch nach dem Zusammenbruch des Sowjetsystems hielt Kuba als eines von nur noch wenigen Ländern der Welt am Sozialismus alter Prägung fest.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verwies auf die Fortschritte, die Kuba auf dem Gebiet der Bildung, der Alphabetisierung und der Gesundheit unter Castro gemacht habe. Nur widerwillig und spät machte Fidel Castro Zugeständnisse an die sich wandelnden Zeiten und ließ - nicht zuletzt unter dem Druck wirtschaftlicher Probleme - begrenzte privatwirtschaftliche Strukturen zu. Weitere Links zum Thema Von politischen Dissidenten war zunächst noch keine Reaktion bekannt.

Der französische Staatspräsident François Hollande hat den verstorbenen kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro als "eine Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts" gewürdigt.

Sie sei sich zwar bewusst, dass der Griff von Castros Regime nicht über Nacht gelockert werden könne, doch sei sie überzeugt davon, dass der Tod Castros nur zu einer positiven Veränderung für die Kubaner und die Welt führen könne. Castro war in der Nähe von Santiago aufgewachsen und hatte 1953 mit Mitstreitern die Moncada-Militärkaserne zu stürmen versucht. Die Leiche des "Máximo Líder" soll auf Wunsch von Fidel Catro verbrannt werden.

Ab Mittwoch wird die Urne mit der Asche in einem viertägigen Trauerzug über verschiedene Städte und Ortschaften zur 900 Kilometer von Havanna entfernten Stadt Santiago de Cuba gebracht.

Für viele Linke in der ganzen Welt war der bärtige Revolutionsführer ein Symbol des Widerstandes gegen die USA. Fast 50 Jahre lang war er Präsident, vor zehn Jahren erst ließ er seinen jüngeren Bruder an seine Stelle, weil er da schon schwer krank war. Er hatte wegen einer schweren Krankheit die Amtsgeschäfte bereits im Juli 2006 an seinen Bruder abgegeben, jedoch als graue Eminenz die Fäden aus dem Hintergrund weiter gezogen.