AfD will umstrittenen Richter Jens Maier doch ausschließen

Freitag, 19 Mai, 2017

Am 8. Mai zeigte er sich auf einer Kundgebung des AfD-Kreisverbandes an der Dresdner Frauenkirche, wo - entgegen mehrerer Abgrenzungsbeschlüsse der Parteiführung - zuvor auch Redner von Pegida gesprochen hatten und Fahnen der Identitären Bewegung wehten, die der Verfassungsschutz beobachtet. Der Mann ist bei Parteivolk deutlich beliebter als Parteichefin Petry, die damals von einigen Parteimitgliedern auf offener Bühne als Fehlbesetzung beschimpft wurde und daraufhin losheulte. Und wie der Thüringer Rechtsaußen Björn Höcke sorgt auch der Dresdner Richter Jens Maier mit Reden immer wieder für Zündstoff. Das berichtete Spiegel-Online am Donnerstag. Die stellvertretende AfD-Parteivorsitzende sandte AfD-Chefin Frauke Petry (41/Foto) über den Kurznachrichtendienst Twitter gestern Glückwünsche "zur Geburt ihres Sohnes Ferdinand".

Frauke Petry hatte sich im Sommer 2016 von dem sächsischen Pfarrer Sven Petry scheiden lassen, der im Zuge des Aufstiegs der AfD in die CDU eingetreten war. Für Petry, die ihre Partei neuerdings gegen allzu rechtsextreme Tendenzen abzugrenzen versucht, ist Maier nicht tragbar. Er sagt, er sei gegen die "Herstellung von Mischvölkern".

Maier, der sich gern "kleiner Höcke" nennt, hat viele Anhänger bei der Sachsen-AfD.

Frauke Petry will ihn loswerden: Jens Maier, Bundestagskandidat der AfD. Bei einer Veranstaltung des rechten "Compact"-Magazins soll er Verständnis für den 77-fachen Massenmord des norwegischen Rechtsterroristen und Islamhassers Anders Breivik geäußert haben". Das SPD-Blatt "Vorwärts" zitierte ihn mit den Worten: "Breivik ist aus Verzweiflung heraus zum Massenmörder geworden". Der um sich greifende Multikulturalismus, die Vermischung der Kulturen innerhalb westlicher Gesellschaften durch die Einwanderung von "Kulturfremden", "ist das nicht alles zum Wahnsinnigwerden?", fragte Maier laut "Vorwärts" weiter. Danach beschloss Petry, Maier aus der AfD zu werfen, was bekanntlich scheiterte, weil die AfD sich später in Weinböhla dagegen aussprach. Auch soll er in Pirna das Buch "Europa verteidigen" des Bloggers "Fjordman" als Anstoß seiner politischen Betätigung bezeichnet haben.

Im sächsischen AfD-Vorstand sieht man es allerdings anders als Parteifreund Maier.

Petry selbst kandidiert auf AfD-Listenplatz 1 für den Bundestag. Der Antrag wurde beim Schiedsgericht der Bundespartei gestellt, weil man das Landesschiedsgericht als befangen erachtet. Man traut den Freunden beim sächsischen AfD-Schiedsgericht, dem Maier auch angehört, offensichtlich keinen Zentimeter über den Weg.