Bericht: Hinweise auf rechtes Netzwerk an Bundeswehr-Universität München

Freitag, 19 Mai, 2017

Seit den Terror-Ermittlungen gegen Soldaten steht auch die Münchner Bundeswehr-Uni im Fokus: Ein mutmaßlicher Komplize des Oberleutnants Franco A. studierte hier.

Die Zeitung schreibt unter Berufung auf den Verteidigungsausschuss des Bundestags, der Militärische Abschirmdienst (MAD) überprüfe, ob vier Studenten Rechtsextreme seien. Dass es ein rechtsextremes Netzwerk innerhalb der Universität gab, war deshalb bereits vermutet worden.

In einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) ist von "zahlreiche Verbindungen" zwischen Studenten der Bundeswehr-Universität in München und der rechtsextremen "Identitären Bewegung" die Rede. Der MAD untersucht dem Blatt zufolge auch mögliche Kontakte der vier Studenten zum terrorverdächtigen Oberleutnant Franco A. und seinem mutmaßlichen Komplizen.

München. An der Bundeswehr-Universität in München gibt es einem Pressebericht zufolge womöglich seit Jahren ein rechtsextremes Netzwerk. Sie steht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Insgesamt überprüft der MAD derzeit 284 Rechtsextremismus-Verdachtsfälle in der Bundeswehr, darunter elf Studenten. Vor allem unter jungen Menschen macht sie gegen eine vermeintliche "Masseneinwanderung" und die "Islamisierung Europas" mobil.

An vorderster Front ist laut SZ ein weiterer Absolvent der Münchner Bundeswehr-Hochschule aktiv, und zwar der zuletzt in Ostbayern stationierte Oberleutnant Felix S. Er trete auf Veranstaltungen und in Werbe-Videos der "Identitären" auf. Vergangenen Juli hab er gemeinsam mit anderen Führungsmitgliedern der "Identitären Bewegung" in München unter dem Motto "Integration ist eine Lüge" demonstriert.

S. publiziert auch beim "Institut für Staatspolitik", einer Denkfabrik der "Neuen Rechten". Zusammen mit zwei Kameraden hatte er die Studentenzeitschrift der Bundeswehrhochschule zur Plattform für rechte Thesen umfunktioniert. Weder die Hochschule in Neubiberg noch der MAD wollten sich auf Nachfrage zu den Vorwürfen äußern.

Mitarbeiter der Universität befürchteten seinerzeit, "dass versucht wird, die Zeitung des Studentischen Konvents mit der politischen Agenda der Neuen Rechten zu durchdringen". "Sinn des Soldaten" sei "töten und sterben", behauptet er.