Chelsea Manning postet erstes Porträt in Freiheit

Freitag, 19 Mai, 2017

US-Whistleblowerin Chelsea Manning hat sich erstmals nach ihrer Haftentlassung in den sozialen Medien präsentiert.

Wie die britische "BBC" berichtet ist die Wikileaks-Informantin am Mittwoch nach einer siebenjährigen Haftstrafe aus dem Fort Leavenfort Militärgefängnis entlassen worden.

"Alles, was vor mir liegt, ist wichtiger als die Vergangenheit", heißt es darin weiter. Einen Tag später folgt nun das erste Selbstportrait mit dem Hashtag #HelloWorld und der Unterschrift "Okay, so hier bin ich!". Bisher gab es nur eine unscharfe Schwarz-Weiss-Aufnahme sowie Bilder von ihr als Mann.

2010 hatte die heute 29-Jährige noch als Bradley Manning hunderttausende geheime Dokumente über der US-Einsatz im Irakkrieg an die Enthüllungsplattform WikiLeaks weitergegeben und für einen internationalen Skandal gesorgt. Manning sei ihren Unterstützern "zutiefst" dankbar, erklärten ihre Anwälte Nancy Hollander und Vincent Ward.

Früher als IT-Spezialistin der US-Armee im Irak eingesetzt, war Manning 2013 unter anderem wegen Spionage zu 35 Jahren Militärhaft verurteilt worden und hat davon knapp sieben Jahre abgesessen. Sie forderten die Öffentlichkeit zugleich auf, das Recht auf Privatheit ihrer Mandantin zu respektieren. Während ihrer Zeit im Gefängnis, in der sie oft in Isolationshaft war, hatte Manning mehrmals versucht, sich das Leben zu nehmen.

Für LGBTIQ*-Aktivisten und Menschenrechtler gilt Manning als Heldin, Republikaner und Konservative bezeichnen sie weiter als Landesverräterin.