Confed Cup 2017: ARD über Kader "verwundert"

Freitag, 19 Mai, 2017

Dabei gab es auch den einen oder anderen Härtefall. Deutschland trifft beim Confed-Cup in der Vorrunde in Gruppe B auf Kamerun, Chile und Australien. Stattdessen soll der kleine Spielmacher tags zuvor für die U21 gegen Tschechien Führungsaufgaben übernehmen. U21-Coach Stefan Kuntz weiß: "Über uns schwebt Jogi". Dass er auf viele Topstars nicht zurückgriff, begründete Löw mit deren Überbelastung. Younes gehört genau deswegen zu den Neulingen, die sogar die Chancen haben, auch nach dem Confed Cup noch nah dran an der Nationalmannschaft zu bleiben. Neben Wagner, der als klassischer Mittelstürmer Gomez ersetzt, stehen erstmals auch der spielstarke Gladbacher Kapitän Stindl, Herthas Linksverteidiger Marvin Plattenhardt, Hoffenheims Kerem Demirbay, Eins-gegen-eins-Spezialist Amin Younes von Ajax Amsterdam und der Leipziger Balleroberer Diego Demme im Nationalteam. Draxler etwa, Joshua Kimmich, Leroy Sane, Emre Can, Jonas Hector, Shkodran Mustafi, Antonio Rüdiger - und möglicherweise noch die künftigen Bayern und Noch-Hoffenheimer Niklas Süle und Sebastian Rudy. Und nicht nur das: Löw schwärmte in den vergangenen Wochen geradezu vom Angreifer. Besonders 2014, als er sah, wie wir mit dem WM-Pokal nach Hause kamen, war er enttäuscht und niedergeschlagen.

Joachim Löw deckt sein Personalpuzzle auf.

"Wir haben es nicht ganz so einfach", gestand der Bundestrainer. Er will sich dann einen Trainer zur Vorbereitung auf die Vorbereitung nehmen. Schließlich hatte diese Zeitung bereits am Tag zuvor berichtet, dass der Bundestrainer auf Marco Reus für den Confed-Cup (17. Juni bis 2. Juli) verzichten würde.

Löw und Kuntz einigten sich gütlich: Serge Gnabry, Max Meyer und Jonathan Tah sollen die Führungsspieler beim U21-Turnier sein, ohne dass Löw sie aus dem Blick verliert. Beim DFB gibt es ein Gerüst aus Etablierten - und dazu ein spektakulär großes Verfolgerfeld. Kürzlich erst hatte Löw erklärt, er habe Kruse lediglich einen Denkzettel verpasst: "Ich habe nie gesagt, dass seine Karriere in der Nationalmannschaft zu Ende ist". Aber das, was FIFA, Russen-Präsident Putin oder andere Außenstehende denken, ist dem im DFB allmächtigen Löw schnuppe.

Löw spricht deshalb gern vom "Perspektivturnier", für das er am liebsten ein Perspektivteam berufen würde. "Und unsere Spieler eben auch gute Erfahrungen machen können".

Auch Sandro Wagner bringt etwas mit, was dem DFB-Team zuletzt oft abging. Vom bisherigen Löw-Stammpersonal stehen nur noch 19 Akteure zur Verfügung.