Donald Trump warnt James Comey vor Preisgabe von Informationen

Freitag, 19 Mai, 2017

Trump warnte Comey, mit internen Informationen an die Medien zu gehen. Am Donnerstagabend dann machte Trump das Kommunikationschaos perfekt. Er wünsche sich nur, dass Comey "aufrichtig" sei, und hoffe, dass er das auch sein werde. Er bestätigte, dass er Comey bei drei Gelegenheiten gefragt habe, ob er, der Präsident, in der Untersuchung über die Russland-Connection im Visier der Ermittler stehe. "Das ist eine erfundene Geschichte, eine Ausrede der Demokraten, warum sie Wahlen verloren haben, die sie eigentlich gewinnen mussten", sagt er.

Trump sagte in dem Interview, die Entlassung von Comey habe nichts mit der Untersuchung der Russland-Connection zu tun.

McCabe ist allerdings nicht der Einzige, der Ermittlungen über eine mögliche Kooperation zwischen russischen Regierungskreisen und Beratern des heutigen Präsidenten Trump aufgenommen hat. Mutmaßlich bezog sich Trump auf einen Bericht in der Zeitung "New York Times", wonach Trump Comey Ende Januar zu einem Abendessen ins Weiße Haus geladen und "Loyalität" eingefordert habe. "Vielleicht ist es am besten, wir sagen alle künftigen Presse-Briefings ab und reichen stattdessen schriftliche Stellungnahmen heraus". Später widersprachen Quellen aus dem Justizministerium dieser Darstellung, auch auf Druck von Rosenstein - und der Präsident bestätigte gestern dem Sender NBC, er habe Comey von Beginn weg feuern wollen. Er habe Comey gebeten, ihn über etwaige Ermittlungen informiert zu halten: "Ich habe gesagt, würden Sie mich wissen lassen, wenn gegen mich ermittelt wird?" Trump sagte bei NBC im Gegensatz zu bisherigen Angaben auch, er habe bei Comeys Entlassung sehr wohl an "diese Russland-Sache" gedacht. Trump habe die Trennung angeordnet, weil Comey bei der Handhabung der E-Mail-Affäre von Clinton (vor zehn Monaten!) "Abscheulichkeiten" begangen habe.

Einige US-Medien argumentierten darauf, mit dem Tweet drohe Trump Comey direkt.

Comey will unterdessen nicht vor einem Senatsausschuss aussagen, der die umstrittenen Russland-Verbindungen im Umfeld von Trump untersucht. Auch die ranghöchsten Vertreter von Republikanern und Demokraten stellten sich hinter Comey. Warner ist Vize-Vorsitzender des Ausschusses. Nun beschimpft Trump seinen Ex-FBI-Chef als "Angeber" und "Wichtigtuer" und wirft ihm vor, die Behörde im vergangenen Jahr in "Aufruhr" versetzt zu haben.

Washington. US-Präsident Donald Trump hat Verbindungen seines Wahlkampfteams nach Moskau zurückgewiesen. Das Weiße Haus und Trump verstricken sich seit Comeys Entlassung am Dienstag in immer neue, widersprüchliche Erklärungen.

James B. Comey erregte nicht durch seine Statur Aufsehen - 2,03 Meter ist der Chef der US-Bundespolizei FBI groß. Das schreiben die Anwälte Sheri Dillon und William Nelson in einem am Freitag bekanntgewordenen Brief.

Die oppositionellen Demokraten und andere Trump-Kritiker vermuten jedoch, dass der wahre Grund für Comeys Entlassung die FBI-Ermittlungen zur Russland-Affäre sind.

Trump griff am Freitag erneut die Medien hart an. Auch gebe es keine Verflechtung mit Schulden, weder von Trump selbst noch von seiner Organisation. Nachdem ihm US-Banken im Gefolge mehrerer Pleiten den Geldhahn zugedreht hatten, erhielt Trump offenbar grosse Summen von russischen Investoren.

Sehr aufschlussreich sind indes erste Umfragen, wie die Affäre Comey in der US-Bevölkerung ankommt. Laut Politico sagten 35 Prozent, Trump habe mit der Entlassung richtig gehandelt. 33 Prozent finden sie falsch, dem Rest ist das Thema egal.