Eishockey-WM: Marco Sturm will gegen Kanada gewinnen

Freitag, 19 Mai, 2017

- Tore: 1:0 Wolf (31:02), 2:0 Seidenberg (31:29), 2:1 Skvorcovs (38:42), 2:2 Sprukts (48:22), 2:3 Dzerins (56:08), 3:3 Schütz (59:27), 4:3 Tiffels (Penalty). "Jetzt freuen wir uns auf das Viertelfinale, da ist alles drin". Es war ein Dienstagabend für besondere Geschichten. Zuvor hatten alle fünf Schützen verschossen.

"Es ist jetzt nicht so, dass man nervös werden muss, nur weil es Kanada ist", sagte der gegen Lettland überragende Grubauer. Nach der Verletzung des eigentlich zum WM-Stammkeeper auserkorenen Thomas Greiss und den Fehlern von Ersatzmann Danny aus den Birken hat die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nun wieder einen sicheren Goalie. Der Mann im Fokus ist Leon Draisaitl, 21 Jahre alt, in Nordamerika bereits als "German Gretzky" verehrt und bei seinem ersten WM-Einsatz am Samstag gegen Italien (4:1) dank seiner Präsenz, seiner Technik und seiner Spielintelligenz gleich der ersehnte Eishockey-"Messias". "Wir hoffen, dass sie uns unterschätzen", sagte DEB-Kapitän Christian Ehrhoff. Anfangs sprach der Student respektvoll von "Herrn Ullmann" statt von Christoph Ullmann. Auch mit dem Münchner Kahun spielte er in der Jugend zusammen. 32,8 Sekunden trennten das deutsche Nationalteam von einem unrühmlichen Aus bei der Heim-WM - einer mit vielen Erwartungen überfrachteten Veranstaltung. Die Pittsburgh Penguins haben sich die Rechte an Tiffels gesichert. "Die drei sind in einem Zimmer, auch wenn es nur ein Doppelzimmer ist", erzählte Sturm. Nicht ausgeschlossen, dass er sich schon in diesem Sommer von seinem College-Leben verabschiedet. Der entscheidende Torschütze Tiffels konnte es noch nicht ganz glauben, was kurz zuvor passiert war: "Das war wunderschön". Es hilft natürlich, wenn er einen Penalty bei der WM verwandelt.

Macht's der junge Draisaitl besser als der Papa? Für das deutsche Team braucht es dort aber eine Sensation. Eishockey kann mitreißend sein, emotional aufwühlen mit seinen simplen Parametern. Diese Ausgangslage steht seit Montagabend fest, seit der 0:5-Pleite der Letten gegen Russland. Noch spannender war das Olympia-Viertelfinale 1992.

Die Augen von Marco Sturm glänzten nach dem 4:3 nach Penaltyschießen gegen Lettland. Damals wurde selbst die ARD-Tagesschau für das Penaltydrama von Meribel verschoben. Es dauerte bis in den zweiten Abschnitt hinein, dann hatten sich die Balten darauf eingestellt, da führten die spielerisch klar besseren Deutschen schon 2:0. Hier tunnelte Draisaitl senior den Torwart, der Puck rollte auf der Kante Richtung Tor, kippte dann aber genau auf der Torlinie um - kein Treffer - zur Sensation fehlten nur Millimeter. Hinter den offensichtlichen Protagonisten empfahlen sich weitere Cracks eher aus dem Verborgenen: Leon Draisaitl zum Beispiel, der mit einem weiteren bemerkenswerten Assist den 3:3-Ausgleich erst möglich gemacht hatte.