Großbritannien: Medien: Britische Firmen müssen mehr für Nicht-EU-Ausländer zahlen

Freitag, 19 Mai, 2017

Premierministerin May will die Zahl der Einwanderer insgesamt senken und die Freizügigkeit für EU-Ausländer aufheben. Das geht aus dem Wahlprogramm der Konservativen hervor, das May heute vorgestellt hat. Unternehmen sollen demnach für die Beschäftigung von Fachkräften, die nicht aus der EU kommen, mehr zahlen müssen. Auch die freie Zuwanderung für EU-Bürger nach Großbritannien soll mit dem Brexit enden. Insgesamt soll der so genannte Zuwanderungsüberschuss auf unter 100.000 Ausländer pro Jahr gesenkt werden. Die Abgabe gilt nur für die Einwanderung von Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten und beträgt pro Jahr 1.000 Pfund (etwa 1.166 Euro).

Die Briten wählen am 8. Juni vorzeitig ein neues Parlament. Mit den daraus erzielten zusätzlichen Einnahmen sollen die Ausbildungsprogramme für britische Staatsbürger ausgebaut werden. Außerdem sollen Nicht-EU-Ausländer mehr für Leistungen des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS (National Health Service) zahlen müssen. Damit ist die Differenz zwischen Zu- und Abwanderung gemeint. Zuletzt waren es 273.000 Menschen. Eine zu schnelle und hohe Einwanderung erschwere den Aufbau einer Gesellschaft, die zusammenhalte, sagte die Premierministerin. In Umfragen liegen die Konservativen deutlich vor Labour.

Die Verschärfungen sollen helfen, Mays lang angestrebtes Einwanderungsziel zu erreichen: Sie will die Nettoeinwanderung nach Großbritannien auf unter 100.000 pro Jahr drücken. In Großbritannien leben 3,2 Millionen EU-Ausländer, die meisten sind Polen. Ihrem Labour-Konkurrenten Jeremy Corbyn warf sie vor, dessen Pläne würden 58 Milliarden Pfund kosten.