Russland: Löw beruft sechs Debütanten für Confed Cup

Freitag, 19 Mai, 2017

Mit sechs Neulingen, darunter Sandro Wagner (29) von 1899 Hoffenheim, tritt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft beim Confederations Cup in Russland an.

Bundestrainer Joachim Löw berief am Mittwoch einen Kader mit sechs Neulingen, der es insgesamt auf nur 156 Länderspiele und 8 Tore bringt. Auch deshalb bleiben mehr als ein Dutzend Weltmeister ebenso zu Hause wie Mario Gomez, Marco Reus und Max Kruse. Es gab Härtefälle zu bereden - auch, weil DFB-Präsident Reinhard Grindel die U21-EM "das wichtigere Turnier" nannte.

"Das ist ein Sommer mit besonderen Herausforderungen", sagte Löw bei der Bekanntgabe seines Aufgebots.

Seine Auswahl begründete Löw damit, dass "die Spieler unsere Abläufe und Ideen kennenlernen" sollen, die Nominierung sei nicht richtungsweisend für die WM 2018.

Wagner und Derimbay sind in der Hoffenheimer Offensive aufgefallen, der ehemalige Glabacher Younes schaffte es mit Ajax Amsterdam bis ins Europa-League-Finale gegen Manchester United am 24. Mai.

Joachim Löw ließ sich in seinen Sessel sinken, schlürfte einen Espresso und genoss die Überraschung im Sepp-Herberger-Saal.

Der Confed Cup wird vom 17. Juni bis 2. Juli in Russland ausgetragen. Deutschland trifft beim Confed-Cup in der Vorrunde auf Australien, Chile und Kamerun. Vier Tage später folgt als zweiter Testlauf das WM-Qualifikationsspiel gegen Fußballzwerg San Marino in Nürnberg. "Es gibt Spieler, die hätten beiden Mannschaften gut getan", sagte Löw. Plattenhardt, der Freistoßexperte von Hertha BSC, auch Demme, Abräumer bei RB Leipzig.

Acht Nationen nehmen an dem Turnier ein Jahr vor der WM-Endrunde in Russland teil. Diego Demme statt Toni Kroos, Marvin Plattenhardt statt Mats Hummels, Amin Younes statt Thomas Müller: Aus einem blutjungen Experimentier-Kader will der Bundestrainer beim Confed-Cup zwei oder drei Weltmeister von morgen filtern. In der Gruppe A spielen WM-Gastgeber Russland, Europameister Portugal sowie Mexiko und Neuseeland. Der Offensivspieler, 2014 und 2016 vor WM und EM kurzfristig verletzt ausgefallen und seinerzeit entsprechend niedergeschlagen, überzeugte Löw, dass es besser ist, wenn er nicht mitkommt. Wenn man nun böse wäre, könnte man unterstellen, Lebemann Kruse, einer der zweifellos besten Spieler der Bundesliga-Rückrunde, besitze somit keine Perspektive mehr.