Trump empfängt Erdogan im Weissen Haus

Freitag, 19 Mai, 2017

Nach Angaben von afp sprach Russlands Präsident in der Pressekonferenz sogar "von einer Tonaufnahme des Gesprächs", das im Weißen Haus stattgefunden hatte. Der republikanische Senator reagierte in der Vergangenheit auf präsidiale Patzer stets mit erstaunlicher Duldsamkeit. Die Informationen stammten demnach von dem Geheimdienst eines mit den USA befreundeten Landes, der sie aus dem inneren Zirkel des IS haben soll. Und von einem "erschreckenden Mangel an Disziplin".

Trump habe die Informationen bei seinem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und Botschafter Sergej Kisljak vergangene Woche im Weißen Haus weitergegeben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter. Trump verschanzt sich in seinem Büro, Mitarbeiter streiten sich bis in die späten Abendstunden, hin und wieder erscheint ein verunsicherter Beamter vor einem Mikrofon. Der fühlt sich - wie immer - im Recht und räumte gestern im Kern ein, was die Geheimdienste zur Weißglut bringt. Auch Erdogan bekräftigte, an der Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen den Terrorismus festhalten zu wollen. Sein Gespür für die Grenzüberschreitung: gleich null.

CIA-Direktor Mike Pompeo kündigte an, noch am Dienstag Mitglieder des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus informieren zu wollen. Nun fragen sich Einsatzstäbe im Ausland: Warum kann der nominell mächtigste Mann der Welt nicht dichthalten, wenn es um Leben und Tod geht? Der Präsident äußerte sich nicht dazu, ob es sich um als streng geheim eingestufte Erkenntnisse handelte. "Ich habe Leute, die mich jeden Tag über großartige Geheiminformationen unterrichten". Das Memo soll vom ehemaligen FBI-Chef James Comey verfasst worden sein, der am 9. Mai von Trump mit sofortiger Wirkung seines Amtes enthoben wurde.

Diese Einzelheiten galten in der US-Regierung bislang als so geheim, dass sie mit der Einstufung "höchste Vertraulichkeit" versehen waren.

Auch Außenminister Rex Tillerson, der ebenfalls im Raum war, sprang Trump zur Seite. Trump führte nicht zuletzt humanitäre Gründe an.

Der israelische Geheimdienstexperte Aviv Oreg sagte, die Nachrichtendienste des Landes hätten gezeigt, dass sie solche Quellen haben könnten. Laut "Washington Post" machte Trump im Gespräch mit Lawrow den Eindruck, als wolle er mit seinen Informationen über Sicherheitsbedrohungen prahlen. "Die Geheimdienstoperation gegen das Terror-Kalifat ist gefährdet".

Nach der Weitergabe der Informationen hätten Vertreter des Weissen Hauses Schritte unternommen, um den Schaden einzudämmen, berichtete die Zeitung. Auch Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Berichte als "Unsinn". Trumps Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster sagte, Trump habe in "keiner Weise" Quellen oder Geheimdienstmethoden kompromittiert. Und in den darauf anschließenden Sätzen hätte der Präsident der Vereinigten Staaten dem Russen Dinge mitgeteilt, deren Veröffentlichung derzeit Geheimdienste in aller Welt in Atem hält - da sie als hochvertraulich behandelt hätten werden sollen. Das hatte aber bis dato auch nd behauptet. Die Halbwertszeit dieses Dementi war allerdings sehr kurz. Vielleicht gibt er auch die Filmaufnahmen aus dem Moskauer Hotelzimmer frei, in dem Trump vor seiner Präsidentschaft Party feierte. Schwerer als Watergate? Dershowitz nickte. 3 im Staatsgefüge, verlangen viele Parlamentarier lückenlose Aufklärung.