Forscher: Anteil der fettleibigen Menschen steigt rasch

Dienstag, 13 Jun, 2017

Weltweit sind einer Studie zufolge mehr als zwei Milliarden Menschen übergewichtig oder gar fettleibig. Eine Studie zeigt nun, dass der Anteil fettleibiger Menschen an der Weltbevölkerung rasch gestiegen ist - vor allem unter Kindern. Und genau dies war in 70 Ländern der Fall: Von 1980 bis 2015 hat sich dort der Prozentsatz fettleibiger Menschen verdoppelt. Unter den 20 bevölkerungsreichsten Ländern der Welt liegen die Vereinigten Staaten bei der Rate fettleibiger Kinder und junger Erwachsener mit einem Anteil von 13 Prozent an der Spitze. Bei Erwachsenen ist Fettleibigkeit in Ägypten am weitesten verbreitet. "Übermäßiges Körpergewicht ist eines der schwierigsten Gesundheitsprobleme der Gegenwart und betrifft fast jeden dritten Menschen", sagte Erstautor Ashkan Afshin vom Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME). Zwei Drittel der Betroffenen starben an Herzkreislauferkrankungen. Übergewicht gilt als Risikofaktor unter anderem für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes und bestimmte Arten von Krebs. Hier kämpfen nur etwa wenig mehr als ein Prozent mit den krankhaften Kilos. Als übergewichtig gelten Erwachsene mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 oder höher. Über 710 Millionen von ihnen waren sogar adipös. Bei den Kindern und Jugendlichen waren zuletzt rund 16 Prozent übergewichtig und 6,3 Prozent adipös.

Bei den Erwachsenen sei vor allem problematisch, dass zwar die Zahl der leicht Übergewichtigen (BMI 25-30) inzwischen stagniere, die Dicken aber immer dicker würden.

Der menschliche Körper sei von der Evolution darauf getrimmt worden, auf Hunger und Zeiten des Mangels zu reagieren, erklärt DGE-Präsident Heseker.

Vor einem Jahr ergab eine Studie im Fachblatt "The Lancet" etwas andere Zahlen. Demnach wurden 2014 mehr als doppelt so viele Patienten in Krankenhäusern aufgrund von Fettleibigkeit stationär behandelt als noch fünf Jahre zuvor. Solche weltweiten Berechnungen beruhten auf einer Kombination von Studien, deren Daten hochgerechnet würden, sagt Frank Jakobus Rühli vom Institut für Evolutionäre Medizin der Universität Zürich, Koautor der "Lancet"-Veröffentlichung". Es gebe heute mehr Möglichkeiten, übermäßig Kalorien aufzunehmen, gleichzeitig sinkt bei vielen Menschen der Energieverbrauch durch mangelnde Bewegung.

Wachsendes Problem: Weltweit hat die Zahl der Menschen mit Übergewicht und Fettleibigkeit neue Rekordwerte erreicht. "Auf immerwährenden Überfluss sind unsere steinzeitlichen Gene einfach nicht eingestellt".