Iran bringt Lebensmittel nach Katar

Dienstag, 13 Jun, 2017

Die Länder werfen dem Emirat die Unterstützung von Terrororganisationen wie dem Islamischen Staat (IS) sowie Nähe zum schiitischen Iran vor. Saudi-Arabien schloss zudem die einzige Landgrenze Katars, das auf einer kleinen Halbinsel an der Ostküste der arabischen Halbinsel liegt. Ein sechstes Flugzeuge sollte demnach am Sonntag starten. In den nächsten Tagen sollen auch Schiffe Lebensmittel aus iranischen Häfen nach Katar bringen.

Doch das wahabitische Königkreich hatte am Montag zusammen mit den Vereinten Arabischen Ermiraten, Ägypten und Bahrain die diplomatischen Beziehungen zu dem Emirat abgebrochen, ein Wirtschaftsembargo gegen den Nachbarn verhängt und den Flugverkehr eingestellt. "Wir appellieren an die US-Regierung, sich auf ihre eigenen Quellen zu verlassen und nicht auf Länder mit einer politischen Agenda", fügte er hinzu. Die Menschen in Katar würden Blockaden und den Abbruch diplomatischer Beziehungen zu spüren bekommen, aber auch die deutsche Wirtschaft sei betroffen.

Das Parlament in Ankara ratifizierte am Abend ein Abkommen, wonach die Türkei zusätzliche Truppen in Katar stationieren und Sicherheitskräfte des Emirats ausbilden wird, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte zuvor vor schwerwiegenden Folgen einer Ausweisung für tausende Familien gewarnt.

Tillerson hatte Saudi-Arabien und seine Verbündeten dazu aufgerufen, die Blockade zu lockern. Auch dass Bundeskanzlerin Angela Merkel letzten Monat bei den Gipfeltreffen der Nato und der G7-Staaten in Fragen der Handelspolitik und der Verteidigungsausgaben mit Trump aneinandergeraten war, ist Ausdruck der wachsenden Kluft zwischen den USA und den europäischen imperialistischen Mächten. "Es besteht die Gefahr, dass aus dieser Auseinandersetzung ein Krieg werden könnte", sagte Gabriel der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (F.A.S.). Außenminister Gabriel spricht von dramatischer Härte zwischen den Konfliktparteien. In Katar unterhält die US Army zwei wichtige Stützpunkte, von einem davon fliegen die amerikanische Luftwaffe und ihre Verbündeten Angriffe gegen den IS in Syrien und im Irak.

US-Präsident Donald Trump wählte am Freitag in Washington härtere Worte: "Katar ist leider seit Jahren ein Finanzier von Terrorismus und das auf sehr hohem Niveau". Russland bot am Samstag seine Vermittlung an.

Trifft seinen katarischen Amtskollegen in Wolfenbüttel: Bundesaußenminister Sigmar Gabriel.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sagte Katar weitere Unterstützung zu und forderte zugleich ein Ende der Sanktionen. Während US-Außenminister Tillerson sich als Vermittler in der Krise anbietet, urteilt der US-Präsident hart über das Emirat. Die Exporte wurden nach Angaben des Energieriesen Qatar Petroleum durch die Blockade bislang nicht eingeschränkt. Katar könne Güter aus der Türkei, dem Fernen Osten und aus Europa importieren.