Viele Briten lassen sich in Deutschland einbürgern

Dienstag, 13 Jun, 2017

Nach der Entscheidung für einen Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union hat die Zahl der Einbürgerungen von Briten in Deutschland einen Rekordwert erreicht.

Die Gesamtzahl der Einbürgerungen stieg im vergangenen Jahr insgesamt um 2,9 Prozent auf knapp 110.400.

Das sind gut 3 000 Einbürgerungen oder 2,9% mehr als im letzten Jahr.

Die größte Gruppe unter den Menschen mit neuem deutschen Pass stellten die 16.290 Türken. Es bezieht die Zahl der Einbürgerungen auf die Zahl der Ausländer, die zehn Jahre oder länger in Deutschland leben und damit in der Regel alle Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen. Das Brexit-Votum hatte vor allem viele junge Briten enttäuscht.

Die Inflation legte im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent zu. Bei der zweitgrößten Gruppe, den Polen, stieg der Anteil hingegen um 11,3 Prozent auf 6632. In zehn Bundesländern gab es 2016 mehr Einbürgerungen als 2015. Den höchsten prozentualen Anstieg verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern (+ 19,0 Prozent), den größten prozentualen Rückgang Bremen (- 20,4 Prozent).

Die Eingebürgerten waren den Angaben zufolge im Durchschnitt 33 Jahre alt und hielten sich seit 17 Jahren in Deutschland auf. Wie schon in den vergangenen Jahren gab es unter den Eingebürgerten anteilig mehr Frauen (53,9%) als Männer.

Das Interesse von EU-Staatsbürgern an einer Einbürgerung sei traditionell eher gering, hieß es. Die Mehrheit der eingebürgerten Personen stammt aus Europa (59,4 Prozent), allein 29 Prozent kommen aus den Staaten der EU. Nur bei Bulgaren und Rumänen war neben den Briten eine größere Bereitschaft zu erkennen, einen deutschen Pass zu bekommen. Die höchsten Werte entfielen durchweg auf außereuropäische Länder: Es führt Kamerun (18,5% bei rund 900 Einbürgerungen), gefolgt von Syrien (12,5% bei gut 2 200 Einbürgerungen) und Ägypten (12,4% bei 600 Einbürgerungen).

Sevim Dagdelen, Migrationsbeauftragte der Linksfraktion im Bundestag, kritisierte die Zahl der Einbürgerungen als zu gering.