Polizeieinsatz an S-Bahnhof - mindestens ein Verletzter

Mittwoch, 14 Jun, 2017

Die Polizistin, die am Dienstag in Unterföhring bei München angeschossen wurde, schwebt nach wie vor in Lebensgefahr. Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins sagte, Schlägereien seien nicht selten, lediglich der Werktag und die frühe Uhrzeit seien eher untypisch. Und die der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä später als "sinnlose Tat" bezeichnen wird. Ihre Eltern seien in München und würden psychologisch betreut. Viele Fragen sind noch offen - zum Beispiel, wie der Schütze dem Polizisten die Waffe entwenden konnte. Der Haftrichter folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft - der Täter sitzt jetzt im psychatrischen Bezirkskrankenhaus in Haar in der Nähe von München. Die 26-Jährige befindet sich nach wie vor in Lebensgefahr. Am Dienstagmorgen stieg er dann um 8.03 Uhr mit einem Rucksack als Gepäck in eine S-Bahn in Richtung Innenstadt. In Ismaning, eine Station vor Unterföhring, steigt dann ein Mann zu, setzt sich auf einen freien Platz, ein paar Meter von dem Täter entfernt. So soll der 37 Jahre alte Mann vor einigen Jahren mit einer geringen Menge Cannabis gefasst worden sein, das Verfahren sei damals aber eingestellt worden. Zu den psychischen Auffälligkeiten zählten demnach etwa von Zeugen beschriebene Selbstgespräche. Auch der Täter, ein 37-jähriger in München geborener Deutscher gibt noch Rätsel auf. Die Streitenden stiegen in Unterföhring aus. Dabei gelangte der Täter den vorläufigen Angaben zufolge an die Pistole des Polizisten, von der er auch sofort Gebrauch machte. Die Sprecherin betonte: "Die Lage ist unter Kontrolle", der Polizeieinsatz sei inzwischen beendet. "Danach ist eine Rauferei am Boden entstanden", sagte der Polizeisprecher.

Vor Ort stehen dutzende Polizeiautos, zwischenzeitlich kreisen Hubschrauber am Himmel. Die Beamtin schießt auf den Mann, trifft ihn. Zu diesem Zeitpunkt hielt der 30-jährige Polizist lediglich einen Stift und einen Notizblock in der Hand.

Dabei geschieht etwas Ungewöhnliches: Einer der Randalierer greift die Waffe des Beamten. Der mutmaßliche Täter sei festgenommen worden, er wurde ebenfalls verletzt. Ob das wirklich stimmt, ist aber noch Gegenstand der Ermittlungen. Die Schüsse auf den Täter gab die Polizistin ab. Auch die exakte Reihenfolge der Schüsse müsse noch rekonstruiert werden. Gegen ihn war zunächst Haftbefehl wegen versuchten Mordes beantragt worden. Laut Andrä äußert sich der 37-Jährige bislang nicht zu der Tat. Eine telefonische Befragung des Vaters habe "weitere Ermittlungsansätze" ergeben, die Andrä aber nicht verraten will, um Zeugen nicht zu beeinflussen.