Attacke gegen Frau auf U-Bahn-Treppe in Berlin - Prozess vertagt

Donnerstag, 15 Jun, 2017

Am heutigen Donnerstag begann der Prozess gegen den mutmaßlichen U-Bahn-Treter Svetoslav Stoikov (28), wurde kurz nach seinem Auftakt wieder vertagt. Er soll die arglose Passantin mit einem wuchtigen Tritt in den Rücken eine Betontreppe hinunter getreten haben. Die damals 26-Jährige erlitt einen Armbruch und eine Kopfverletzung. Der Angriff am U-Bahnhof Hermannstraße im Stadtteil Neukölln hatte bundesweit Entsetzen und Empörung ausgelöst. Der 28-Jährige muss sich vor dem Landgericht der Hauptstadt wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Hintergrund ist der Antrag der Verteidiger zu Prozessbeginn, eine Schöffin wegen Befangenheit abzulehnen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angriff das Potenzial hatte, "ihr Leben zu gefährden". Die Frau tritt in dem Prozess als Nebenklägerin auf. Stoikov soll im Oktober 2016 eine Frau (26) im Berliner U-Bahnhof Hermannstraße von hinten eine Treppe hinuntergetreten haben. Videokameras hatten das Geschehen dokumentiert.

Der mutmaßliche Angreifer war nach der Gewaltattacke zunächst untergetaucht und mit Haftbefehl gesucht worden. Bei einer Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung droht eine Haftstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Knapp zwei Monate nach der Tat wurde der Angeklate am Zentralen Omnibusbahnhof in Berlin gefasst.

Bewegung in den Fall war erst gekommen, nachdem die Polizei nach wochenlangen Ermittlungen Bilder aus Videokameras veröffentlichte. Doch im Verfahren wird sich der 28-jährige Bulgare, der in U-Haft sitzt, auch wegen exhibitionistischer Handlungen verantworten müssen.

Der Angeklagte ist in Deutschland nicht vorbestraft, in Bulgarien aber wegen Diebstahls und kleinerer Delikte.