Londoner Feuerwehr nach Hochhausbrand: Keine Einsturzgefahr

Donnerstag, 15 Jun, 2017

"Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben und ich möchte den Londonern versichern, dass wir dazu alle Antworten bekommen werden", teilte Khan über Twitter mit. Mehrere Menschen seien tot, teilte die Londoner Feuerwehr mit. Als sie den Brand bemerkte, züngelten die Flammen bereits an dem Hochhaus empor. "Das ist ein noch nie dagewesener Vorfall".

Die Rettungskräfte behandelten nach Polizeiangaben mehrere Menschen wegen verschiedener Verletzungen.

Feuerwehrleute mit Beatmungsgeräten seien im Einsatz, sagte Brigadeführer Dan Daly. Zu diesem Zeitpunkt sei es aber "falsch", über die Ursache zu spekulieren. "Wir werden in den kommenden Stunden und Tagen sorgfältig nach dem Grund für dieses Feuer suchen und untersuchen, was passiert ist", erklärte sie.

Nach Angaben der Londoner Feuerwehr vom Mittwoch stand der 24-stöckige Grenfell Tower mit 130 Wohnungen vom zweiten Stock an aufwärts komplett in Flammen. Trotz der Katastrophe war das Hochhaus bis zum frühen Abend aber stabil genug, dass darin weiter nach eingeschlossenen Menschen gesucht werden konnte. "Ich kann vorerst keine genaue Zahl angeben, dazu ist das Gebäude zu groß und komplex", sagte Feuerwehrchef Dany Cotton Mittwochfrüh. Man sei mit 40 Löschfahrzeugen und 200 Feuerwehrleuten vor Ort.

"Großbrand unter Kontrolle zu bekommen". Da schlugen die Flammen schon an der Fassade hoch. Dem Sender zufolge gab es Befürchtungen, das Gebäude könnte einstürzen. Trümmerteile flogen aus dem Gebäude, wie ein dpa-Reporter berichtete. Hin und wieder knallte es in dem Gebäude.

Kurz vor 11 Uhr Ortszeit twitterte die Feuerwehr, dass weiter daran gearbeitet werde, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Apokalypse: Feuerwehrleute kämpfen in London gegen die Flammen im Grenfell-Tower. Den Einsatzkräften gelang es aber nach und nach, sich bis in das oberste Stockwerk vorzukämpfen. Sie verwies auf den laufenden Einsatz, der sehr kompliziert sei.

Uhr: Eine Schule in der Nähe des brennenden Hochhauses in London bleibt am Mittwoch geschlossen.

Der 17-jährige Tiago Etienne sagte der PA, er habe gesehen, wie Eltern drei Kinder ungefähr aus dem 15. Stock geworfen hätten.

Ein Mann schaut aus einem Fenster des brennenden Hochhauses. Das ganze Gebäude habe in relativ kurzer Zeit in Flammen gestanden, sagte die Frau am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in London. Ich habe viele Leute gesehen, die mit Laken am Fenster standen. "Meine Freunde haben beobachtet, wie Menschen weit oben aus den Fenstern gesprungen sind". Die Polizei vertreibt Schaulustige und Anwohner aus Angst, das Gebäude könnte in sich zusammen brechen. "Ich wurde mit Asche bedeckt, so schlimm ist es".

Er sprach von einem "bedeutenden Vorfall" - eine Bezeichnung der britischen Behörden für eine Lage, die besondere Vorkehrungen durch einen oder mehrere Rettungsdienste erfordert. Einige Menschen würden aber noch immer vermisst.

Nach Angaben des Stadtbezirks Royal Borough of Kensington and Chelsea sind in dem Hochhaus 120 Wohnungen. Das Gebäude wurde 1974 erbaut und von 2014 bis 2016 saniert worden. Ein Baby soll auf diese Weise gerettet worden sein.

Eine Anwohner-Initiative hatte vor einem Jahr vor der Gefahr eines Brandes im Grenfell Tower gewarnt. Während Umbauarbeiten gebe es nur einen Zugang zu dem Gebäude, heißt es auf einem Blog-Eintrag der Grenfell Action Group. Weshalb das Feuer ausbricht, ist noch völlig unklar. Es müsse wohl erst eine "Brandkatastrophe" eintreten, bevor die Eigentümer "zur Verantwortung gezogen" werden, hieß es da.

Wegen des Brandes wurde in der Früh die A4 in beide Richtungen gesperrt - die wichtige Straße verbindet das Stadtzentrum von London mit dem Flughafen Heathrow.