Air Berlin erwägt Bündnis mit Lufthansa

Freitag, 16 Jun, 2017

Bei den Landesregierungen hat Air Berlin eine entsprechende Anfrage auf Prüfung gestellt, bestätigte ein Firmensprecher am Donnerstag. Dass es bei der Frage der Schuldenübernahme durch Großaktionär Etihad nicht voran geht, dürfte auch am Management-Wechsel dort liegen: Der amtierende Chef James Hogan verlässt das Unternehmen ja zum 1. Juli. Erst nach längerer Prüfung haben die Behörden erlaubt, dass Lufthansa 38 Maschinen von Air Berlin samt Crew langfristig für die Töchter Eurowings und Austrian Airlines mieten und fliegen lassen darf. Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) sagte am Abend: "Das Land Berlin wird gemeinsam mit dem Bund die Bürgschaftsanfrage von Air Berlin sorgfältig prüfen".

Die hoch verschuldete Fluggesellschaft Air Berlin braucht eine neue Strategie für einen Weg aus der Krise. "Die TUI Group und die Etihad Aviation Group werden ihre Verhandlungen über das geplante Joint Venture zwischen der deutschen Flug-Tochter TUIfly und Niki nicht fortführen", teilte TUI in einer internen Erklärung mit. Dabei wird auch der Strategiewechsel des Air-Berlin-Großaktionärs Etihad Thema sein, wie ein Tui DE000TUAG000 -Sprecher am Freitag in Hannover sagte. Der Deal, der eigentlich bis zum Beginn des Sommerflugplans im April abgeschlossen werden sollte, scheiterte jedoch bislang an ausstehenden behördlichen Genehmigungen. Niki hat bereits die Mittelmeerrouten von Air Berlin übernommen. Kommt es dennoch zu Verspätungen oder gar zu Flugausfällen, steht Kunden natürlich eine Entschädigung zu. Lufthansa-Chef Carsten Spohr war laut Medienberichten Ende April mit einer Wirtschaftsdelegation von Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Abu Dhabi gereist und könnte mit Etihad gesprochen haben.

"Strategisch macht eine starke europäische Touristik-Airline weiter sehr viel Sinn, denn der Luftverkehr in Deutschland ist durch Überkapazitäten geprägt", betonte TUI-Vorstand Sebastian Ebel. Niki stünde damit nicht mehr für die Gründung einer gemeinsame Airline zur Verfügung. Der Konzern werde daher die Neupositionierung der TUIfly weiter vorantreiben. Über die Zukunft von Tuifly muss der inzwischen in London notierte Tui-Konzern sich nun neue Gedanken machen. Es müsse einen Alternativplan vorlegen, erklärte die Gewerkschaft.

Berlin - Eine mögliche Bürgschaft für die finanziell angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin ist hochumstritten.

Der taumelnde Fluglinien-Konzern Air Berlin will seine Geschäftsfelder deutlicher trennen. Bei der Fluggesellschaft erklärte man am Donnerstag, dass es sich ausschließlich um eine Änderung der Gesellschafterstruktur handele, die keine Auswirkungen auf den Flugbetrieb habe. Unklar ist, wie es nun bei Niki weitergehen soll. Ebenso bleibt auch der Wetlease-Vertrag mit Niki unverändert bestehen.