Airbag-Hersteller Takata droht Insolvenz

Freitag, 16 Jun, 2017

Mehr als 100 Millionen Airbags müssen aufgrund eines gefährlichen Defekts ausgetauscht werden.

Der japanische Airbag-Hersteller Takata steht nach übereinstimmenden Medienberichten unmittelbar vor der Einreichung eines Insolvenzantrags.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters erfahren haben will, bereitet der angeschlagene und hochverschuldete Konzern für kommende Woche einen Antrag auf Gläubigerschutz in den USA und in Japan vor. Jetzt zieht das japanische Unternehmen Takata offenbar die Notbremse. Der Grund sollen die Folgen des gewaltigen Rückrufdesasters sein. Der US-Autoteileproduzent Key Safety Systems und der Beteiligungsfonds Bain Capital versuchen zurzeit zudem, mit Takata und seinen Kunden ein 1,6 Milliarden Euro schweres Rettungspaket zu schnüren. Umgerechnet stand in dem Ende März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr ein Minus von umgerechnet 640 Millionen Euro in den Büchern.

Angesichts gewaltiger Verbindlichkeiten in Höhe von mehr als einer Billion Yen (rund 8,1 Milliarden Euro) wäre dies die größte Pleite eines Industrieunternehmens in der japanischen Nachkriegsgeschichte. Die Airbags des Unternehmens, die von zahlreichen Autokonzernen eingesetzt werden, können bei langer Einwirkung von Hitze und Luftfeuchtigkeit zu heftig auslösen. Bei Unglücksfällen waren weltweit 16 Menschen ums Leben gekommen und 180 verletzt worden.

Im Januar hatte Takata sich mit den US-Behörden im Streit um den Airbags-Skandal geeinigt. Danach zahlt die Firma unter anderem eine Milliarde Dollar und stellt sich drei Jahre lang unter die Aufsicht eines unabhängigen Prüfers.

Airbag-Hersteller Takata steht anscheinend nach Massen-Rückrufaktionen vor dem Aus.

Aufgrund des Mangels, der das Unternehmen seit Jahren beschäftigt, mussten weltweit bislang an die 100 Millionen Fahrzeuge zurück gerufen werden, 70 Millionen alleine in Nordamerika.