Arabische Nachbarländer kappen Kontakt zu Katar

Freitag, 16 Jun, 2017

Auch in Washington wird offiziell verlautbart, der amerikanische Präsident wolle den Konflikt beruhigen. Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Ägypten sagten, sie hätten ihre diplomatischen Beziehungen mit Doha nach einer Woche voller Geplänkel und Schuldzuweisungen über "Terrorismusunterstützung" abgebrochen. Trump und König Salman sprachen demnach darüber, dass die Finanzierung von Terrororganisationen und die Förderung des Extremismus durch alle Nationen in der Region verhindert werden müsse. "Es hat ein Zerwürfnis gegeben, und der Minister hat angeboten, dabei zu helfen, es zu kitten", sagte die Sprecherin. Emir Sabah al-Ahmad al-Sabah wollte noch am Dienstag Vermittlungsgespräche in Dschiddah führen, wie kuwaitische Parlamentsabgeordnete ankündigten. Er forderte seinen katarischen Kollegen in einem Telefonat auf, den Bemühungen um Entspannung eine Chance zu geben.

"Wir wissen nicht, on echte Gründe hinter dieser Krise stecken oder versteckte Gründe, die wir nicht kennen".

Katars Außenminister Scheich Mohammed Bin Abdulrahman al-Thani sagte CNN, das FBI habe den Hackerangriff und die Fake-News-Geschichte bestätigt. Das Vorgehen der Nachbarn stelle die Zukunft des Golf-Kooperationsrates in Frage. Saudi-Arabien und seine Verbündeten Bahrain, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am Montag die diplomatischen Beziehungen zu Katar überraschend gekappt. Die nationalen Fluggesellschaften stoppten den Luftverkehr. Die Türkei werde ihre Verbindungen zu Katar weiter entwickeln.

Gabriel kritisierte, Katar solle offenbar isoliert und existenziell getroffen werden.

Der Iran zeigte sich angesichts der Entwicklung besorgt.

Doch das Verhältnis zwischen Katar und den anderen Golfstaaten ist schon seit langem angespannt. Saudi-Arabien habe die gegen Qatar verhängte diplomatische und wirtschaftliche Blockade dann teilweise mit dem falschen Bericht begründet. Der US-Präsident hatte in seiner Rede vor 35 muslimischen Staatschefs den Iran als Hauptursache für die Instabilität in der Region angeprangert und für eine gemeinsame sunnitische Front gegen die Islamische Republik plädiert. Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen werde die Krise im Nahen Osten nicht lösen.

In einer Erklärung der staatlichen saudiarabischen Nachrichtenagentur SPA hieß es, Katar verbreite die Botschaften zahlreicher Terrorgruppen über seine Medien. Somit entfallen etwa die Doha-Verbindungen von Etihad, Egypt Air und vielen weiteren regionalen Carriern. Dazu zählten neben der Muslimbruderschaft auch Al-Kaida und die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS). Die USA und die Anti-IS-Koalition seien Katar dankbar für die Unterstützung. Trotzdem hielten die Spannungen an. Inoffizieller Vorwurf: Der Emir von Katar kooperiere auch mit dem Iran - dem Hauptgegner Saudi-Arabiens. Trump hatte in Saudi-Arabien auch ein gigantisches Waffengeschäft abgeschlossen. Die Nachbarländer schlossen ihre Grenzen. Darin standen laut der Regierung Katars falsche Informationen hinsichtlich der Führung des Emirates, die gegenüber Iran und Israel freundlich schienen. Auf der Luftwaffenbasis Al-Udeid sind mehr als 10.000 US-Soldaten stationiert. Zum anderen könnten die (zum wiederholten Male) unbedachten Äußerungen Trumps die Krise im Nahen Osten nur noch verstärken. "Jede Art von Kursänderung wäre verfrüht und würde zu diesem Zeitpunkt nur Spekulation bedeuten". Nachdem bereits Lebensmittellieferungen in das stark von Importen abhängige Land unterbrochen wurden, wuchs dort der Unmut.

Während damals eines der größten und einflussreichsten Länder zum Paria wurde, ist das jetzt Katar passiert.