Schäuble zuversichtlich bei Griechenland-Hilfen und IWF-Beteiligung

Freitag, 16 Jun, 2017

Schäuble und seine Kollegen aus den übrigen Eurostaaten entscheiden heute über die Freigabe weiterer Hilfs-Milliarden für das überschuldete Griechenland. Anvisiert ist ein Volumen von 8,5 Milliarden Euro.

Knackpunkt der Gespräche gestern war erneut der Streit um eine Schuldenerleichterung für Hellas: Der Internationale Währungsfonds (IWF) pocht darauf: Die Schuldenlast Griechenlands von 180 Prozent des Bruttoinlandsproduktes sei untragbar.

Die Finanzminister der Eurozone haben sich auf neue Kredite für Griechenland geeinigt. Jetzt sei es an der Zeit, dass die Europäer Zusagen bei den Schuldenerleichterungen einhielten. Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos sagte: "Jetzt gibt es Licht am Ende des Tunnels". Damit würde auch die griechische Wirtschaft etwas gestützt. Vielmehr berief er sich auf Abmachungen vom Mai 2016, dass man erst 2018 nach dem Ende des Hilfsprogramms darüber reden solle - sofern dies dann nötig ist. Damit zeigte sich auch der IWF zufrieden, der die Lage in Griechenland pessimistischer einschätzt als die Europäische Union. Das teilte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem am Donnerstagabend in Luxemburg mit. Griechenland erhalte damit die notwendigen Mittel und der IWF bleibe - "jedenfalls was das Programm als solches angeht - weiter an Bord". Er macht aber die Beteiligung des IWF zur Voraussetzung für aktuelle Hilfen.

Dijsselbloem sagte weiter, dass Griechenland seine Schulden teilweise erst bis zu 15 Jahre später zurückzahlen könne und dass bei der Rückzahlung auch die Wachstumsrate in Griechenland in Betracht gezogen werden könne.