Tödlicher Unfall in Berlin: Auswärtiges Amt will Stellungnahme von Saudi-Arabien

Freitag, 16 Jun, 2017

Das Auswärtige Amt hat von Saudi-Arabien eine Stellungnahme zu einem tödlichen Fahrrad-Unfall in Berlin verlangt, in den offenbar ein Diplomat des Königreichs verwickelt war. Zu diesem Zweck sei eine Verbalnote an die Botschaft des Landes gesandt worden, wie es am Donnerstag aus dem Auswärtigen Amt hieß. Laut Polizei trug er keinen Helm.

Normalerweise würde ein solcher Unfall Ermittlungen wegen Verdachts auf fahrlässiger Tötung in Gang setzen, erklärte der Polizeisprecher. Auch Zeugen würden befragt.

Als mögliche Schritte bei strafrechtlichen Ermittlungen wurden etwa ein Antrag auf Aufhebung der Immunität oder die Aufforderung zur Abberufung des Diplomaten genannt. Der Verursacher selbst könne nicht geladen werden. Diplomaten stehen unter besonderem Schutz, um nicht aus politischen Gründen belangt werden zu können. Das Amt weise einzelne Botschaften regelmäßig auf die Pflicht zur Beachtung inländischer Gesetze hin. "Die Immunität können wir nicht aufheben". Er wurde mit einer schweren Kopfverletzung in ein Krankenhaus gebracht, wo er später starb. Im vergangenen Jahr starben in der Hauptstadt 56 Menschen bei Verkehrsunfällen, darunter 17 Radfahrer.