"Wonder Woman" | Endlich! Eine Frau als Superheld!

Freitag, 16 Jun, 2017

In "Batman v Superman" wurde sie als Wonder Woman eingeführt.

Das gefällt auch den Zuschauern, die Wonder Woman bereits in Aktion erleben durften: Der Film um die Superheldin hat mit Einnahmen von 100,5 Millionen Dollar (89,1 Mio Euro) die Spitze der Kinocharts in den USA und Kanada erobert. Die beiden Länder befinden sich offiziell im Krieg miteinander - und so gibt es einen Boykott gegen die Superhelden-Verfilmung. "Wonder Woman" ist ein guter Film, keine Frage. Letztes Jahr erschienen mit "Suicide Squad" und "Batman v Superman" zwei Teile, die hinter den Erwartungen zurückblieben.

Einige Fans sind nicht nur sauer, weil die Brüste ihrer Heldin zu klein geraten sind, sondern, man mag es kaum glauben - weil sie zu wenig Achselhaare hat. Doch die Kritiken für Filme wie "Batman vs. Superman" waren teils verheerend, und Einspielergebnisse waren solide, blieben aber etwas hinter den Erwartungen zurück.

Das DC-Universum schickt nun endlich die nächste Figur auf die Kinoleinwand. Sommer-Blockbuster setzen meist auf Action und kümmern sich erst in zweiter Linie um eine gute Geschichte. Ihr Weggefährte ist Steve Trevor (Chris Pine), ein amerikanischer Doppelagent, der General Ludendorff und dessen oberste Giftgas-Köchin Doctor Poison ausschalten soll. Um die Unmöglichkeit, mit einem Schlag die Welt zu retten. Diana vermutet dort den Kriegsgott. Keiner der zwei Dutzend Comic-Verfilmungen der letzten Jahrzehnte hat es bisher geschafft die weiblichen Rollen als Hauptcharaktere zu etablieren.

Am liebsten würde sie auch als Kämpferin ausgebildet werden - ihre Mutter ist strikt dagegen.

Doch nun muss sich Diana mit Steve Trevor. Mit dem umschlingt sie ihre Gegner und zwingt sie, die Wahrheit zu sagen. Die filmische Adaption nun beginnt auf einer kleinen, nur von Amazonen bewohnten Insel namens Themyscira, einst zum Leben erweckt von niemand Geringerem als Göttervater Zeus. Grade das Setting erster Weltkrieg mit seinen extrem inhumanen Bedingungen und dem gewissenlosen Schlachten auf allen Seiten wirklich Potenzial gehabt verstörenden Background für die recht unschuldige Heldin zu bieten.

Wonder Woman scheitert allerdings an den Special Effects. Die Sehnsucht nach selbstlosen Lichtgestalten passt perfekt in unsere Zeit. Das klingt schon auf dem Papier nach etwas Besonderen. Es ist, natürlich, ein aussichtsloser Kampf, auf das große Ganze gesehen, auf das Heil der Menschheit hin. Aber wie dem auch sei: Wir würden uns freuen, in Zukunft neben den grüblerischen Anti-Helden wieder auch mehr optimistische Helden à la Wonder Woman zu sehen zu bekommen. Und wie bereits bei den Star Wars-Prequels sind es grade solche völlig fehlenden Unvorhersehbarkeiten oder echte Gefahren für den Hauptcharakter, die dem Film jedwede Spannung nehmen. Ihre männlichen Mitstreiter können sich schon mal warm anziehen.