Katholische Bischofskonferenz: Mit Kohls Tod geht "eine Ära zu Ende"

Samstag, 17 Jun, 2017

Der deutsche Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl ist tot.

Dreimal habe Helmut Kohl das Dominikus-Ringeisen-Werk in Ursberg besucht. Dorthin war die Kanzlerin für eine Privataudienz bei Papst Franziskus geflogen.

"Wir trauern", twitterten auch die Unionsparteien CDU und CSU.

1976 wechselt Kohl auf die Bundesebene und wird Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Für die Bundestagswahl 1976 nominierte die Union den ehemaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten als Spitzenkandidaten. Außenminister Gabriel nannte ihn einen großen Staatsmann und großen Deutschen. Er habe sehr viel dafür getan, "dass nicht nur die Deutsche Einheit gekommen ist, sondern auch dass Europa zusammengewachsen ist".

Kohl konnte Menschen mit Wärme, Fürsorge und Protektion für sich einnehmen. Nationale und internationale Politiker würdigten den Verstorbenen als großen Europäer. "Er hat wie wenige polarisiert", schrieb Beck in einem Nachruf, der vom SPD-Landesverband in Mainz verbreitet wurde. Was als große Versöhnungsgeste zum 40. Jahrestag der deutschen Kapitulation gedacht war, geriet zur Farce.

Auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) würdigte Kohl. Der "Bild" zufolge ging es Kohl bereits in den vergangenen Tagen schlecht. "Es ist ein wirklich großer Deutscher gestorben". "Die Einigung unseres Landes und unseres Kontinents wird auf alle Zeit auch mit seinem Namen verbunden bleiben", sagte Schröder laut einer Mitteilung dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir sprach davon, dass "ein großer Europäer" von uns gegangen sei. Und weiter: "Er hat eine Ära geprägt". Er sei "Architekt der Wiedervereinigung Deutschlands und Europas" gewesen. Politisches Geschick bewies Helmut Kohl allemal. "Seiner Familie drücke ich mein tiefes Mitgefühl aus". Er war in der deutschen Nachkriegsgeschichte eine historische, aber auch eine tragische Figur, kommentiert Armin Käfer. Sein Tod ist ein großer Verlust.

Als CDU-Vorsitzende lobte Merkel auch die Verdienste Kohls um seine Partei. Der frühere Bundeskanzler starb am Freitagmorgen im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Ludwigshafen, wie sein Anwalt mitteilte. In einer Kondolenz schreibt er an Maike Kohl-Richter:.

Kardinal Reinhard Marx beschrieb Kohl als Persönlichkeit mit historischem Weitblick. Als Bayerischer Ministerpräsident blieb Strauß bis zu seinem Tod 1988 aber für Kohl ein nicht beherrschbares Kaliber in der Union. Natürlich war die Verschmelzung der beiden deutschen Staaten im Expresstempo nicht allein sein Verdienst.

Der Zentralrat der Juden erinnerte an die Verdienste Kohls. Ich kannte praktisch das ganze Team um Generalsekretär Geißler recht gut (ein besseres gab es in keiner Parteizentrale). Im Bewusstsein der historischen Verantwortung Deutschlands habe Kohl den Weg frei gemacht für die Einwanderung von Juden. Helmut Kohl besaß eine erstaunliche Fähigkeit, kluge Köpfe und unkonventionelle Denker zu erkennen und in die Politik zu holen. Das Foto von Kohl und dem französischen Staatspräsidenten François Mitterrand, die sich über den Gräbern von Verdun die Hände reichen, hat bis heute einen hohen Symbolwert.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker ordnete Trauerbeflaggung an den EU-Institutionen an. Kohl sei Europa und ihm persönlich "ein echter Vertrauter und Verbündeter" gewesen. Mit seiner Kanzlerschaft verbunden sind neben manchen Krisen auch wichtige Etappen der europäischen Einigung und die Wiedervereinigung. "Bundeskanzler Helmut Kohl war ein überzeugter und großer Europäer".

Akten und Unterlagen, die Kohl 1998 dem Archiv der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung überlassen hatte, ließ er 2010 wieder abholen.

Der frühere US-Präsident Bill Clinton hob Kohls visionäre Führungskraft hervor.

"Die CDU Deutschlands trauert um einen großen deutschen Europäer". Er ist der Mann, den ich als einen der grössten politischen Führungsfiguren im Nachkriegseuropa ansehe.