Noch immer viele Vermisste nach Brandkatastrophe

Samstag, 17 Jun, 2017

Gab es Pannen beim Brandschutz? .

Nach der Brandkatastrophe in London sollen alle Bewohner des Hochhauses bis zum Wochenende eine neue Wohnung erhalten. Es sei möglich, dass manche Opfer nie identifiziert werden können, sagte Stuart Cundy von der Londoner Metropolitan Police. Die Bergungsaktionen könnten noch Tage dauern.

Nach der Katastrophe befanden sich am Mittwochabend noch 78 Menschen im Krankenhaus, 18 von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan versprach umfassende Aufklärung.

"Es wäre ein absolutes Wunder", sollte einer der in dem Gebäude Eingeschlossenen das Inferno überlebt haben, sagte Polizeichefin Dany Cotton dem Sender Sky News. In ihren 29 Jahren bei der Feuerwehr sei so etwas noch nie passiert. Der Kensington Palast liegt im gleichen Stadtteil wie der ausgebrannte Grenfell Tower. Die Lage von zwölf Patienten sei derzeit kritisch, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Laut Augenzeugen sprangen einige Menschen aus dem Hochhaus. 65 Menschen wurden aus den Flammen gerettet.

Die Polizei in London rechnet mit noch mehr Toten. So sieht es im ausgebrannten Hochaus aus, kurz nachdem die Feuerwehr ihre Arbeit vorerst eingestellt hat. Bei der Feuerwehr ging der erste Notruf um 0.54 Uhr (Ortszeit) ein. Zudem wirkten die Lücken zwischen den Platten und der Betonwand wie ein Kamin, der das Feuer in der gesamten Länge und Breite des Hochhauses riss. Insgesamt 200 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen. Scotland Yard erklärte auf Anfrage, dass es sich bei der Brandursache nicht um einen Terroranschlag handele. Das sagte Megan Hession von der Stadtverwaltung in Kensington und Chelsea am Freitag. Auch die für die Renovierung zuständige Firma Rydon versicherte, bei der Sanierung seien alle Brandschutz- und Sicherheitsvorschriften eingehalten worden. Dabei wurden neue Wohneinheiten geschaffen, eine neue Heizungsanlage eingebaut und die Außenwand mit einer gedämmten Vorhangfassade versehen.

Unterdessen wurden in den Medien immer mehr Details zu der Fassadenverkleidung bekannt, die in ihrer nicht feuerresistenten Form für Gebäude von mehr als zwölf Metern Höhe in den USA demnach verboten ist. Spezialisten haben bereist die Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen ist, untersucht. Cundy zufolge gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass das Feuer absichtlich gelegt worden sei. Es hatte bereits Beschwerden über unzureichenden Brandschutz in dem Hochhaus gegeben.

Niemand wisse, wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Feuers in dem Gebäude aufgehalten hätten, sagte Cotton. Bei der Renovierung des Hauses aus den 1970er-Jahren soll vor zwei Jahren unnötig gespart und gehetzt worden sein. Mindestens 12 Menschen kamen ums Leben, mehr als 70 weitere wurden verletzt. Die Feuerwehr suchte mit Drohnen und Suchhunden nach Menschen in dem total zerstörten Hochhaus.