Opel-Chef Neumann tritt zurück - Michael Lohscheller übernimmt

Samstag, 17 Jun, 2017

Vorgänger Karl-Thomas Neumann gratulierte dem neuen Vorstandsboss auf Twitter.

Der Automanager Karl-Thomas Neumann wäre im Falle seines Abgangs als Opel-Chef einem Insider zufolge bei seinem früheren Arbeitgeber Volkswagen willkommen. Infolge des Rücktritts hat der Opel-Aufsichtsrat einstimmig Michael Lohscheller als Neumanns Nachfolger bestimmt. Ob er aber auch die Übernahme durchhält? Der Nachfolger kommt aus den eigenen Reihen. Offenbar gab es mit Neumann diese gemeinsame Basis nicht. Lohscheller ist mit 48 Jahren jünger als sein Vorgänger Neumann (56), blickt aber bereits auf rund 20 Jahre Erfahrung in der Autowelt zurück. Er bleibe nach Angaben des Unternehmens Mitglied der Geschäftsführung, bis der Verkauf von Opel/Vauxhall an die PSA-Gruppe abgeschlossen ist.

Dass heißt auch, dass die Jobs bei Opel über die bis Ende 2018 geltenden Verträge hinaus nicht sicher sind.

Neumann führte die mit Verlusten kämpfende GM-Tochter seit 2013. Dabei könnte auch Marketing-Chefin Tina Müller einen Beitrag leisten. Er drückte damit gleichzeitig etwas verklausuliert aus, dass Opel das für 2016 avisierte Ziel, schwarze Zahlen zu schreiben, verpasst hat. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug, der die 38 000 Opelaner vertritt, begrüßte die Personalentscheidung und dankte Neumann: "Er hat für Opel wieder Anerkennung, ein verbessertes Marken-Image und ein gestärktes Selbstbewusstsein erreicht". Das Votum der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union hatte der britischen Schwestermarke Vauxhall erhebliche Wechselkursverluste beschwert. Und weil PSA zentralistisch geführt wird, braucht es natürlich auch keinen nach außen starken deutschen Chef, selbst wenn Opel so deutsch wie möglich bleiben soll. Neumann erklärte, es sei "eine schwierige, persönliche Entscheidung" gewesen. "Ich werde mich zunächst voll auf den Abschluss dieser Transaktion konzentrieren und mir anschließend die Zeit nehmen, um über meine persönlichen nächsten Schritte zu entscheiden". Laut "Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung" wird er das Unternehmen verlassen, sobald der Verkauf von General Motors an die französische Peugeot-Mutter PSA vollzogen ist.

Als Mann für die Zahlen kam Finanzchef Michael Lohscheller zu Opel, als neuer Konzernchef wird er nun weitermachen. "Glückwunsch, Michael Lohscheller! Mit Ihnen bekommt Opel einen CEO, der das Unternehmen genau kennt". Der Opel-Chef sehe den Zusammenschluss mit PSA zwar als strategisch richtigen Schritt an, habe jedoch Sorge, ob die Franzosen die einschneidenden Veränderungen durch die Elektromobilität richtig erkennen. "Das Einzige, was Mitarbeiter schützt, ist Gewinn", sagte er.