Pandas für Berliner Zoo fliegen Ende Juni aus China ein

Samstag, 17 Jun, 2017

Und die beiden haben einen guten Start an diesem Vormittag in der westchinesischen Stadt Chengdu. Mengmeng war ganz zutraulich ans Gitter gekommen. Neugierig beschnuppert sie ihn. Die Blicke: fast schon liebevoll. Die schwarz-weißen Bären bekommen aber nur Zoos von befreundeten Ländern. Zum ersten Mal konnte er einen seiner beiden künftigen Schützlinge nun auch anfassen. Das Männchen heißt "Jiao Qing", gesprochen wie geschrieben.

Woche werden sie in 1,40 Meter mal 1,40 Meter große Boxen aus Plexiglas verfrachtet und mit einer Cargo-Maschine nach Berlin geflogen.

Die Landung in Berlin-Schönefeld am 24. Juni ist eine Extrawurst. Bis vor fünf Jahren lebte Bao Bao im Berliner Zoo - 2012 starb das Panda-Männchen im Alter von 34 Jahren. Waren Pandas einst Staatsgeschenke, werden sie heute aus Nachzucht als Leihgaben an Zoos in anderen Ländern gegeben. Und auch nur, wenn der Regierungschef persönlich darum bittet. Von "Panda-Diplomatie" ist daher die Rede.

Richard Nixon nach einem Peking-Besuch mit zwei Exemplaren dieser seltenen Tiergattung nach Washington zurückkehrte. Seit November baut der Zoo für neun Millionen Euro in enger Abstimmung mit China ein neues Panda-Gehege. Hier kühlt sich der chinesische Panda bei 35 Grad mit einem riesigen Eisblock ab. An diesem Tag will wohl Chinas Präsident Xi Jinping bei seinem Deutschland-Besuch zusammen mit Kanzlerin Angela Merkel in den Zoo gehen und die Bären präsentieren. Dort verabschiedet China die Pandas, die Fachleute aus der Chengdu Research Base of Giant Panda Breeding für Berlin ausgewählt haben. Als "Zeichen der Freundschaft", wie es offiziell heißt.

Trotzdem lässt sich China die Leihgabe gut bezahlen.

Träumchen kommt mit Tierpfleger Toll schon bestens aus. Das Geld fließt in China in Panda-Schutz und Forschung. Der Berlin-Aufenthalt für Mengmeng und Jiao Qing ist auf 15 Jahre angesetzt.

Bei der Haltung macht China strenge Vorgaben. Diese sieht vor, dass in den ersten Monaten chinesische Pfleger bei der Eingewöhnung in Berlin dabei sein werden.

Dazu kommt die wissenschaftliche Ausrichtung mit dem Führen eines Zuchtbuchs - und die Hoffnung auf Nachwuchs.

Kostspielig werden dürfte auch die Nahrung. Ein Panda frisst bis zu 40 Kilogramm Bambus am Tag. Zunächst einmal soll das Futter aus den Niederlanden geliefert werden. Die Tiere werden dann im Zoo Berlin leben. Aus verschiedenen Mehlsorten, Haferflocken und Erdnussöl bestehe das Gemisch, berichtet Toll.