Rund 1400 Menschen demonstrieren gegen "Identitäre"

Samstag, 17 Jun, 2017

Rund 1400 Menschen haben in Berlin am Samstag gegen eine Demonstration der rechtsradikalen "Identitären Bewegung" protestiert.

Die "Identitäre Bewegung" wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Verschiedene linke Gruppen und Initiativen hatten dazu aufgerufen. Das Berliner Bündnis gegen Rechts hatte zuvor eine Gegendemonstration abgehalten, die nach Angaben eines Sprechers des Bündnisses bis zu 4000 Teilnehmer zählte. Angemeldet sind 1.000 Teilnehmer. Am späteren Nachmittag erklärten die "Identitären" die Demonstration laut Polizei von sich aus für beendet.

Die Polizei schritt mit einem Großaufgebot ein und löste die Sitzblockade nach und nach auf. Ein Journalist der "taz" berichtete von Angriffen der "Identitären" auf Polizisten.

Die Strecke der Rechtsradikalen ist von der Polizei noch nicht offiziell bekannt gegeben worden, weil die Gespräche noch laufen. Auf ihnen waren Sprüche wie "Solidarität statt rechter Hetze" oder "Identitären den Sommer verhageln" zu lesen.

Die "Identitäre Bewegung" will um 14.00 Uhr am Bahnhof Gesundbrunnen loslaufen. Auf einem größeren Banner stand lediglich "Zukunft für Europa". Dazu zählt etwa der versuchte Sturm auf das Bundesjustizministerium im Mai oder die Besetzung des Brandenburger Tors im vergangenen Jahr.

Maas ist seit längerem eine Feindfigur für die rechte Szene, weil er sich besonders gegen Rechtsextremismus stark macht. Dem "Tagesspiegel" (Sonntag) sagte der Justizminister anlässlich der Demonstration vom Samstag: "Die Identitären sind keine "Bewegung", sie sind eine extrem radikale und rassistische Minderheit".

Die "Identitäre Bewegung" wendet sich gegen eine angebliche "Überfremdung" durch Einwanderer.