Trump reagiert spät auf Kohls Tod

Samstag, 17 Jun, 2017

Helmut Kohl selbst sagte das an seinem 80. Geburtstag.

US-Präsident Donald Trump beschrieb Kohl als Freund und Verbündeten der USA. "Ohne Helmut Kohl gäbe es den Euro nicht". "Sein politischer Instinkt, seine große Erfahrung und seine herausragende Begabung, Vertrauen bei unseren Nachbarn und Partnern zu gewinnen, haben ihn dazu befähigt, eine einmalige historische Chance zu erkennen und sie mit Entschlossenheit zu ergreifen; es ist ihm gelungen, die deutsche Einheit im friedlichen Einvernehmen und in guter Partnerschaft mit unseren europäischen Nachbarn zu erreichen" schrieb Steinmeier in einem Kondolenzbrief an die Witwe Helmut Kohls, Maike Kohl.

Grünen-Parteichef Cem Özdemir würdigte Kohl ebenso: "Bei allem Streit, bei einer Frage haben wir uns immer vor ihm verneigt: Ein großer Europäer ist von uns gegangen".

Als "Kanzler der Einheit" ging Kohl in die Geschichtsbücher ein. Der Deutsche Fußball-Bund beantragte nach Kohls Tod beim Weltverband, im ersten Spiel beim Confederations Cup am Montag in Russland mit Trauerflor auflaufen zu dürfen. Man werde noch lange bewundern, wie entschlossen Kohl und seine Mitarbeiter die Gunst der Stunde zur Vereinigung genutzt hätten, sagte die CDU-Vorsitzende bei einem Besuch in Rom. Darin würdigte auch er den Altkanzler als einen großen Europäer.

Der Machtmensch aus der Pfalz Sein politisches Leben hatte er der europäischen Einigung gewidmet.

Gorbatschow gilt als einer der Wegbereiter der deutschen Einheit. Sein Name werde "auf alle Zeit verbunden bleiben mit der Wiedervereinigung unseres Vaterlands".

Auch der ehemalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hat die Verdienste Helmut Kohls gewürdigt, zugleich aber an den heftigen Meinungsstreit mit dem am Freitag gestorbenen Altkanzler erinnert. Er verkörpere "die europäische Idee wie wenige andere". "Dieser Stadt und ihren Menschen hatte stets meine besondere Zuneigung gegolten".