Appell für Ronaldo: Hand "ins Feuer"

Sonntag, 18 Jun, 2017

Am Freitag sorgte ein Bericht der portugiesischen Sportzeitung "A Bola" für ein Beben im europäischen Fußball: Angeblich hat Weltfußballer Cristiano Ronaldo seinem Verein Real Madrid mitgeteilt, dass er den Klub sofort verlassen will.

An den sportlichen Fähigkeiten gibt es auch keine Zweifel - und sollten die Berichte aus Spanien stimmen, dann könnte sich CR7 bereits für einen neuen Klub im Nationaltrikot Portugals warmschießen. Der 32-Jährige wird angeklagt, Steuern hinterzogen zu haben.

Schieflage? Cristiano Ronaldo liebäugelt dem Vernehmen nach mit einem Abgang aus Madrid.

Die 31 Jahre alte Real-Legende stand vor zwei Jahren ebenfalls bereits mit einem Bein bei United unter Vertrag, sagte damals allerdings im letzten Moment ab, und holte danach mit Madrid zwei Champions-League-Siege in Folge sowie in diesem Jahr die Meisterschaft. Dies entspreche zwar nicht Ronaldos Ausstiegsklausel über 1 Milliarde Euro, würde die Marketing-Verluste aber im Rahmen halten - zumal der Champions League-Sieger bis zum eigentlichen Vertragsende rund 200 Millionen Euro Bruttogehalt sparen würde.

Vor Anpfiff des Auftaktspiels des Europameisters gegen Mexiko am Sonntag in Kasan nutzte Coach Fernando Santos die wiederkehrenden Journalisten-Fragen für eine vehemente Verteidigungsrede. "Wir repräsentieren Portugal beim Confederations Cup, darauf wollen wir uns konzentrieren". "Ich lege meine Hand für ihn ins Feuer, für seine Integrität als Mann und als Athlet", beschwor der Europameistertrainer. Er ließ die Anschuldigungen über seine Anwälte und Manager zurückweisen.

Alles nur Kalkül für besseren Vertrag?

"Cristiano ist zu 100 Prozent konzentriert", sagte der Torwart. Die Rossoneri werden deswegen ins Gespräch gebracht, weil sie nach kürzlich erfolgter chinesischer Übernahme ähnliche Preise wie die in erster Linie gehandelten Verein ManUnited oder PSG zahlen könnten.

Im Raum stehen demnach eine Ablöse von 140 Millionen Euro und ein Jahresgehalt von 30 Millionen Euro.

Für eine Verpflichtung müssten derzeit gehandelte Interessenten wie Paris St. Germain oder Manchester United die mit Abstand höchste Transfersumme der Geschichte bezahlen. "Aber nicht zu dem Preis von 400 Millionen Euro", wird AC-Milan-Sportdirektor Massimiliano Mirabelli zitiert.