Cristiano Ronaldo will Madrid angeblich verlassen

Sonntag, 18 Jun, 2017

Oder aber: Ronaldo und sein einflussreicher Berater Mendes drängen Real geschickt, ihn in der Steueraffäre noch mehr zu unterstützen.

Ancelotti hatte Ronaldo während seiner Zeit bei Real (2013 bis 2015) betreut, das Verhältnis des Fußballlehrers zum Superstar der Madrilenen galt als ausgesprochen eng. Perez kündigte seinerseits an, alles zu versuchen, damit Ronaldo seinen Vertrag bis 2021 erfüllt.

Dass der Superstar gewillt ist, Real zu verlassen – er soll dies gegenüber Nationalmannschaftskollegen bestätigt haben –, liegt am drohenden Prozess, der auch Ronaldos sorgsam gepflegtes Image ramponieren würde. Davor hatte er bereits in einem Posting gemeint: "Manchmal ist die beste Antwort still zu sein".

Nach den Schlagzeilen in der Heimat ist aber das Gegenteil der Fall.

Madrid/Kasan. Am Sonntag spielt Europameister Portugal beim Confed Cup gegen Mexiko.

CR7 wird von der Staatsanwaltschaft in Madrid vorgeworfen, zwischen 2011 und 2014 Steuern in Höhe von 14,7 Millionen Euro mittels Offshore-Unternehmen hinterzogen zu haben. Er habe ein "reines Gewissen", rief Ronaldo Journalisten in Lissabon vor dem Abflug nach Russland zu. Der Champions-League-Sieger habe "volles Vertrauen in unseren Spieler Cristiano Ronaldo, der unserem Verständnis nach in Übereinstimmung mit dem Recht in Bezug auf die Erfüllung seiner steuerlichen Verpflichtungen gehandelt hat", hieß es in einem Statement. Für 200 Millionen wäre Real demnach bereit, seinen Rekordtorschützen ziehen zu lassen.

Es gibt zwei Lesarten der vermeintlichen Abwanderungsgedanken, die portugiesische und spanische Zeitungen verbreitet haben. Daran kann auch das Schweigegelübde von Ronaldo nichts ändern. Die Rossoneri werden deswegen ins Gespräch gebracht, weil sie nach kürzlich erfolgter chinesischer Übernahme ähnliche Preise wie die in erster Linie gehandelten Verein ManUnited oder PSG zahlen könnten. Der 32-Jährige machte bei den Übungen einen konzentrierten Eindruck, nach getaner Arbeit posierte er mit Teamkollegen für ein Foto und präsentierte selbstbewusst und mit energischem Blick seine ausgeprägte Armmuskulatur.

Grund für den geplanten Abschied seien die Ermittlungen gegen den Portugiesen wegen Steuerhinterziehung. Am Tag vor der Anklageerhebung hatte der 62-Jährige noch Optimismus verbreitet und die eigenen Ambitionen unterstrichen. Diese Frage stellt sich offenbar auch Trainer Ancelotti.

Sollten sich die Medienberichte über einen angekündigten Abgang bei Real bewahrheiten, würde Ronaldo auch auf dem Transfermarkt diesen Sommer zum am meisten gejagten Objekt.