Juncker will europäischen Staatsakt für Kohl

Sonntag, 18 Jun, 2017

Gewürdigt werden vor allem seine Beiträge zur deutschen Einheit und zur europäischen Integration. "Deshalb gebührt Helmut Kohl nun auch ein europäischer Staatsakt, für den ich mich persönlich einsetzen werde", sagte Juncker der "Bild am Sonntag".

UN-Generalsekretär António Guterres hat in einer Erklärung seine tiefste Anteilnahme für Kohls Tod geäußert.

Der einstige sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow würdigte Kohl als herrausragenden Politiker, der deutliche Spuren in der Weltgeschichte hinterlasse. Kohl habe als Bundeskanzler mit der längsten Amtszeit bei der friedlichen Wiedervereinigung Deutschlands eine wichtige Rolle gespielt.

Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl ist am Freitag im Alter von 87 Jahren gestorben. Nach Operationen lag er monatelang im Krankenhaus.

"Schon zu Lebzeiten wurde Helmut Kohl mit der Ehrenbürgerschaft Europas ausgezeichnet, um seine außerordentlichen Verdienste zu würdigen". Selbstverständlich wäre das Land sehr geehrt, wenn ein solcher Staatsakt in Kohls Heimat stattfinden würde, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Abend im ZDF. Die CDU hat ein Online-Kondolenzbuch eingerichtet. "Das Europa, in dem wir heute leben, wäre ohne Helmut Kohl nicht denkbar", schrieb Schulz in einem Gastbeitrag für die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Als erster Kanzler des vereinigten Deutschlands seit 1945 war er ein ganz Großer der europäischen Geschichte".

US-Präsident Donald Trump beschrieb Kohl als Freund und Verbündeten der USA. Kohl sei nicht nur der Vater der deutschen Wiedervereinigung gewesen, sondern auch ein Verfechter für Europa und das transatlantische Verhältnis. Die Welt habe von seiner Vision und seinen Anstrengungen profitiert. Italiens früherer Ministerpräsident Matteo Renzi bezeichnete Helmut Kohl als einen Giganten. "Dies zu leugnen ist nicht nur ungerecht, es ist unmöglich", sagte Renzi. Zwei Jahre zuvor, nach der missglückten WM 1994, hielt Kohl den damaligen Bundestrainer Berti Vogts per Telefon vom Rücktritt ab. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nannte Kohl einen Baumeister des Friedens, der gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Francois Mitterrand an einem freien, starken und in demokratischen Werten vereinten Europa gearbeitet habe.