Jury nimmt Beratungen im Cosby-Prozess wieder auf

Sonntag, 18 Jun, 2017

Die Jury im bisher einzigen Strafprozess gegen den US-Entertainer Bill Cosby (79) wegen sexueller Nötigung hat sich auch nach rund 30-stündigen Beratungen auf kein Urteil einigen können. Der Jury, die nun ein Urteil fällen muss, scheint die Sache nicht leicht zu fallen.

An den beiden Vortagen hatten sie sich insgesamt rund 16 Stunden über einen möglichen Schuldspruch oder Freispruch für Cosby beraten, sie waren an beiden Tagen aber ohne Ergebnis auseinandergegangen.

Das teilte das Gericht in Norristown im Bundesstaat Pennsylvania am Dienstagabend mit.

Die Geschworenen haben dem Richter heute mitgeteilt, dass sie sich damit schwer tun, ein Urteil zu finden. Bis zu einer Neuauflage des Prozesses würde Cosby wohl auf freiem Fuss bleiben. Prozessbeobachter sind sich laut Süddeutscher Zeitung relativ einig, dass die Geschworenen Cosby für schuldig halten werden. Er hinterlegte bereits eine Kaution von einer Million Dollar. "Lassen Sie nicht zu, dass sie sich als Opfer bezeichnet", sagte Cosbys Anwalt Brian McMonagle zu den zwölf Geschworenen - sieben Männer und fünf Frauen. Sie vertritt die rund 60 weiteren Frauen, die dem 79-Jährigen ebenfalls sexuellen Missbrauch vorwerfen. Doch der Fall ist verzwickt, einfache Antworten gibt es in diesem Strafprozess nicht. Bei Verurteilung drohen ihm mehrere Jahre Haft. Auf jeden der drei Anklagepunkte steht eine Höchststrafe von zehn Jahren.

Bill Cosby mit seinem Publizisten auf dem Weg aus dem Gerichstsaal. Weil diese Fälle verjährt sind, kann Cosby dafür auch nicht mehr strafrechtlich belangt werden. Cosby sagte selbst nicht aus, seine Aussagen aus einem Zivilprozess von 2005 und 2006 wurden aber als Beweismittel zugelassen. Darin hatte er erklärt, der Sex mit Constand sei einvernehmlich geschehen.