May: "Jetzt reicht's": Sieben Tote bei Terror in London

Sonntag, 18 Jun, 2017

Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden die Angreifer am Borough Market von Sicherheitskräften erschossen - acht Minuten nach Eingang des ersten Notrufs.

Der Anschlag begann am späten Samstagabend auf der London Bridge und ging auf dem nahe gelegenen Borough Market weiter, der bei Touristen sehr beliebt ist.

Im Gedenken an die Opfer des Terroranschlags in London halten die Menschen in Großbritannien am Dienstag eine landesweite Schweigeminute. Bisher seien zwölf Menschen im Zusammenhang mit dem Attentat vom Samstagabend festgenommen worden, sieben Frauen und fünf Männer. Zudem seien drei Angreifer getötet worden, teilte die Polizei in den Morgenstunden mit.

Die mutmaßlichen Attentäter trugen nach Polizeiangaben Westen, die wie Sprengstoffwesten aussahen - diese hätten sich später aber als Attrappen herausgestellt, sagte der Chef der britischen Antiterror-Einheit, Mark Rowley.

Das letzte Attentat in Großbritannien liegt gerade einmal zwei Wochen zurück: In Manchester hatte am 22. Mai ein Selbstmordattentäter nach einem Auftritt der US-Sängerin Ariana Grande 22 Menschen mit in den Tod gerissen.

Die Terrorattacke auf der London Bridge erinnert an einen Angriff im März: Am 22. März war ein 52-jähriger Mann auf der Westminster-Brücke in London mit hohem Tempo in Fußgänger gefahren. "Jetzt reicht's." Die Polizei nahm in der Hauptstadt 14 Menschen fest, die sie mit dem Anschlag in Verbindung bringt. Mindestens 48 weitere werden verletzt. Bislang hat sich keine Organisation zu den Anschlägen bekannt. Seine Gedanken seien bei den Opfern und deren Angehörigen.

Beide mutmaßlichen Attentäter waren am Samstagabend von der Polizei erschossen worden. Für etwa 30 weitere Verletzte bestehe keine Lebensgefahr. Das gab die Polizei auf Twitter bekannt. Weitere Personen mit leichteren Blessuren seien vor Ort medizinisch versorgt worden. Premierministerin Theresa May kündigte nach dem Anschlag vom Samstag einen deutlich härteren Kurs an - nicht nur gegen Terroristen, sondern auch gegen den radikalen Islam.

Rettungskräfte helfen Verletzten in der Nähe vom Borough Market in London nach dem Terrorangriff.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan sprach von einer "gezielten und feigen Attacke" auf unschuldige Londoner und Besucher.

Noch in der Nacht hatten zahlreiche Einwohner und Geschäftsleute in der britischen Hauptstadt gestrandeten Menschen Übernachtungsmöglichkeiten angeboten. Von den Opfern auf der Brücke sterben vier an ihren Verletzungen.

"Terroristenattacke! Lauft! Lauft!", ruft ein Taxifahrer aus seinem Auto den vielen Menschen zu. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt.

Es ist bereits der dritte Anschlag in Grossbritannien binnen weniger als drei Monaten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich bestürzt und bekundete Solidarität mit Großbritannien.

US-Präsident Donald Trump verurteilte die Terrorattacke scharf und drückte der britischen Regierungschefin telefonisch sein Beileid aus. Vor einer Synagoge erschießt der Attentäter einen Wachmann, bevor ihn Polizeikugeln tödlich treffen. Auf Twitter erklärte er, Frankreich stehe stärker denn je Seite an Seite mit dem Vereinigten Königreich. Angesichts des Terroranschlags in London forderte die Premierministerin mehr Überwachung des Internets und von Messengerdiensten. "Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint, aber genauso in der Entschiedenheit", sagte die Kanzlerin in einer Erklärung. Anschließend erstach er auf dem Parlamentsgelände einen unbewaffneten Polizisten und wurde schließlich erschossen.

Der Kampf gegen den Terror steht nun im Mittelpunkt der letzten Wahlkampftage.