Nach Brandkatastrophe: May kündigt "sorgfältige Untersuchung" an

Sonntag, 18 Jun, 2017

Für den Leiter der Frankfurter Feuerwehr ist klar, was die Konsequenz aus dem Brand in London sein muss: "Es müssen endlich auch international brennbare Außenfassen bei Hochhäusern tabu werden". Trümmerteile stürzten zu Boden, es besteht offenbar Einsturzgefahr.

Todesopfer: Die Zahl der Toten stand am Donnerstag weiterhin nicht abschließend fest. Hat Cotton Hoffnung, noch jemanden lebend zu finden?

Bei einem verheerenden Feuer in einem Hochhaus im Zentrum Londons sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. In dem Sozialblock lebten bis zu 600 Menschen in mehr als 120 Wohnungen.

Die Feuerwehr konnte nach Angaben Cottons alle 24 Stockwerke kurz durchsuchen. In den oberen Stockwerken suchten die Rettungskräfte dennoch vorerst nicht mehr nach Vermissten. Das Feuer brach in der Nacht zum Mittwoch aus, als viele Bewohner in dem Koloss schliefen. Die Ursache des Brands ist noch unklar. Bürgermeister Sadiq Khan erklärte, das Feuer lasse an der Sicherheit von Hochhäusern wie dem Grenfell Tower zweifeln. "Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben und ich möchte den Londonern versichern, dass wir dazu alle Antworten bekommen werden". "(.) Wir planen über Nacht hierzubleiben", sagte ein Sprecher der Londoner Feuerwehr am Mittwochabend. May besuchte am Donnerstag den Brandort. Sie werde mit Rettungskräften sprechen und sicherstellen, dass diese alle Ressourcen hätten, um mit der Situation umzugehen, hieß es. Königin Elizabeth die Zweite drückte den Betroffenen ihre Anteilnahme aus. Die Verletzten seien wegen Rauchgasvergiftungen in fünf verschiedene Krankenhäuser gebracht worden, teilten die Rettungskräfte mit.

Viele Menschen geben nach dem Unglück nun auch den Behörden eine Mitschuld.

Der britische Brandschutz-Experte Jon Hall nannte den Brand einen Unfall, wie er in der "Dritten Welt" vorkomme.

Das Feuer war am frühen Mittwochmorgen in dem 24-stöckigen Gebäude ausgebrochen: Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben um 00:54 Uhr gerufen worden.

Nach der Katastrophe gilt das Hochhaus im Stadtteil Kensington entgegen ersten Befürchtungen nicht als einsturzgefährdet. Spezialisten hätten den Sozialbau untersucht und für weitere Lösch- und Bergungsarbeiten sicher befunden, teilte die Feuerwehr mit. Bewohner verteilten Sandwiches. Der Fußballverein Fulham rief dazu auf, zum Beispiel Kleidung und Spielzeug zu organisieren. Das Hochhaus aus den 1970er Jahren wurde bis zum vergangenen Jahr für umgerechnet 9,9 Millionen Euro aufwändig renoviert.

Gebäude brannte zuerst von aussen Grosse Trümmerstücke stürzten von dem 1974 errichteten Hochhaus. Es hatte bereits Beschwerden über unzureichenden Brandschutz im Hochhaus gegeben. Die Rettungsarbeiten werden noch Tage dauern.

Feuerwehrleute zeigen am 16. Juni an eine Stelle an der Fassade des ausgebrannten Grenfell Towers. "Wir nehmen das jedoch zum Anlass und werden überprüfen, ob die aus energetischen Gründen geforderte Außendämmung eine zusätzliche Brandgefahr auslöst", sagte Herrmann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Der Melbourner Feuerwehrchef sagte nach dem Brand: "In 30 Jahren habe ich noch nie ein Feuer gesehen, das sich so schnell ausgebreitet hat". Landesbranddirektor Wilfried Gräfling wies im RBB-Inforadio darauf hin, dass bei Häusern mit einer Höhe von weniger als 22 Metern brennbares Dämmmaterial erlaubt sei.