Nach Kohl-Tod: Fußball-Nationalteam spielt mit Trauerflor

Sonntag, 18 Jun, 2017

Als erster Politiker soll der verstorbene Altkanzler Helmut Kohl (CDU) nach dem Willen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit einem europäischen Staatsakt geehrt werden.

In Gedenken an Helmut Kohl will die deutsche Nationalmannschaft in ihrem Auftaktspiel beim Confed Cup gegen Australien Trauerflor tragen. Es wäre das erste Mal, dass ein europäischer Staatsakt ausgerichtet wird.

Inzwischen nehmen Menschen in ganz Deutschland Abschied von Helmut Kohl.

Merkel hatte Kohl am Freitag als "großen Europäer" und als "Glücksfall für uns Deutsche" bezeichnet.

Nach dem Tod des früheren Kanzlers Helmut Kohl erhalten die Bundesbürger Gelegenheit, sich zu verabschieden. Kohls Tod rief auch am Wochenende weiterhin große Anteilnahme hervor.

Die Berliner CDU-Vorsitzende Monika Grütters sprach sich im "Tagesspiegel" dafür aus, eine Stiftung im Gedenken an Kohl einzurichten. Auch mehrere Nachrichtenportale richteten online Kondolenzbücher ein.

Im Gedenken an Kohl versammelten sich am Samstagabend etwa 150 bis 200 Mitglieder der Jungen Union vor dem Wohnhaus des Altkanzlers in Ludwigshafen. Auch ein Bestatter kam in das Haus, wo der Leichnam Kohls nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" im Wohnzimmer aufgebahrt liegt.

"Schon zu Lebzeiten wurde Helmut Kohl mit der Ehrenbürgerschaft Europas ausgezeichnet, um seine außerordentlichen Verdienste zu würdigen", sagte Juncker der "Bild am Sonntag". Entscheidungen dazu seien noch nicht gefallen, hieß es am Samstag aus der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz und aus dem Bundespräsidialamt. Der Deutsche Fußball-Bund beantragte nach Kohls Tod beim Weltverband, im ersten Spiel beim Confederations Cup am Montag in Russland mit Trauerflor auflaufen zu dürfen. Der CDU-Politiker hatte nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989 mit den Staats- und Regierungschefs Russlands, der USA, Großbritanniens und Frankreichs die Bedingungen für die Deutsche Einheit ausgehandelt. Kohl kehrte wieder in sein Haus in Ludwigshafen-Oggersheim zurück, wo er zuletzt im April 2016 noch den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban empfing. Er gilt als Kanzler der Einheit und Wegbereiter der Europäischen Union.