Parlamentswahl-Finale: Triumph für Macron erwartet

Sonntag, 18 Jun, 2017

Die Parlamentswahl in Frankreich hat noch weniger Menschen mobilisiert als bei der ersten Runde vor einer Woche. Das waren noch weniger abgegebene Stimmen als im ersten Wahlgang vor einer Woche, als im gleichen Zeitraum 40,8 Prozent der Franzosen ins Wahllokal gekommen waren. Präsident Emmanuel Macron kann bei der Abstimmung laut Meinungsforschern mit einer haushohen Mehrheit in der Nationalversammlung rechnen. Er plant in den kommenden Monaten unter anderem eine umstrittene Lockerung des Arbeitsrechts. Macrons Lager hatte den ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag klar gewonnen. Damals lag die Wahlbeteiligung am Ende des Tages bei 48,7 Prozent - das ist der bislang niedrigste Wert bei einer Parlamentswahl seit Gründung der Fünften Republik 1958. Unmittelbar danach sind erste offizielle Hochrechnungen zu erwarten.

Frankreichs Präsident gab am Sonntagvormittag seine Stimme im nordfranzösischen Badeort Le Touquet ab, wo die Macrons eine Villa besitzen. Eine absolute Mehrheit für seine Partei La Republique en Marche und die verbündete MoDem-Partei galt als sicher. Dagegen müssen die traditionellen Regierungsparteien der bürgerlichen Rechten und der Sozialisten mit einer weiteren herben Niederlage rechnen.

577 Mandate sind im französischen Parlament insgesamt zu vergeben. Dabei gilt ein reines Mehrheitswahlrecht, das es für kleine Parteien schwer macht, Mandate zu gewinnen. Die Republikaner könnten laut einer Berechnung des Instituts Harris Interactive auf 60 bis 80 Sitze kommen. Bereits in der ersten Wahlrunde vor einer Woche hatte sich ein haushoher Sieg abgezeichnet.

Die Sozialisten von Macrons Vorgänger François Hollande waren schon im ersten Wahlgang dramatisch abgestürzt, Umfrageinstitute sahen die moderate Linke und die Grünen zusammen bei höchstens 35 Sitzen. Allerdings gibt es in den Reihen der Republikaner verschiedene Lager: Manche stehen einer Zusammenarbeit mit Macron offen gegenüber, während andere auf eine klare Abgrenzung setzen.

Gewählt wird das französische Unterhaus, die Nationalversammlung. Dem rechtspopulistischem Front National wird es wahrscheinlich nicht gelingen, genügend Sitze für die Bildung einer Fraktion zu erlangen, auch für das linkssozialistisch-kommunistische Wahlbündnis La France Insoumise von Jean-Luc Mélenchon wird es eng. Der rechtsextreme Front National (FN), dessen Chefin Marine Le Pen es bei der Präsidentschaftswahl in den Stichentscheid geschafft hatte, liegt zwar in 20 Stimmkreisen vorn.

Elabe-Umfrage bei BFMTV, Frz.